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  • Was ist Prostatakrebs?

    Die Prostata, auch Vorsteherdrüse genannt, hat in etwa die Größe einer Kastanie. Sie sitzt direkt unterhalb der Harnblase und umschließt dort ringförmig die Harnröhre. Die Hauptfunktion der Prostata besteht darin, einen Teil der Samenflüssigkeit zu produzieren. Diese Flüssigkeit ist für die Beweglichkeit der Spermien und somit für die Befruchtungsfähigkeit wichtig. Zusammen mit den Hoden gehört die Prostata zu den Fortpflanzungsorganen des Mannes.

    Ab dem 50. Lebensjahr verändert sich die Prostata bei jedem zweiten Mann. Dabei kann es sich um eine gutartige Vergrößerung der Drüse handeln, die sogenannte Benigne Prostatahyperplasie. Sie beginnt da, wo die Vorsteherdrüse die Harnröhre umschließt. Im Krankheitsverlauf wird die Harnröhre eingeengt. Der Harnstrahl wird schwächer und der Harndrang häufiger.

    Im Gegensatz zur bösartigen Veränderung – dem Prostatakrebs – breitet sich die gutartige Veränderung der Drüse nicht über die Prostata hinaus aus.

    Bei Prostatakrebs handelt es sich um einen bösartigen Tumor. Prostatakrebs neigt dazu, sich über seine eigene begrenzende Kapsel hinaus auszubreiten. Da der Tumor nicht unbedingt in Harnröhrennähe entsteht, bleibt die bösartige Veränderung oft lange Zeit unbemerkt. Zur Einengung der Harnröhre mit Störungen beim Wasserlassen kommt es meist erst dann, wenn der Tumor bereits groß ist und sich ausgebreitet hat. Häufig lässt sich der bösartige Tumor bei der Untersuchung durch den Arzt vom Enddarm aus ertasten.

    Hat der Krebs die Drüse nicht überschritten, ist eine Heilung durch eine Operation oder Bestrahlung möglich.

    Prostatakrebs ist in Deutschland unter Männern die häufigste Krebserkrankung. Pro Jahr werden etwa 63.000 Neuerkrankungen diagnostiziert. Vor dem 50. Lebensjahr ist die Erkrankung selten.

    Das mittlere Erkrankungsalter liegt bei etwas über 70 Jahren.

    Häufige Fragen

    Als Risikofaktoren für Prostatakrebs gelten unter anderem das fortgeschrittene Lebensalter, eine genetische Veranlagung und die Ernährung.

    Risikofaktor Alter
    Das Alter spielt bei Prostatakrebs die wichtigste Rolle. Über 80 Prozent aller Männer, bei denen ein Prostatakarzinom diagnostiziert wird, sind älter als 60 Jahre. Die Wahrscheinlichkeit, an Prostatakrebs zu erkranken, steigt zwischen dem 50. und 85. Lebensjahr bis auf das 40-fache an.

    Risikofaktor Genetische Veranlagung
    Prostatakrebs ist zumindest teilweise auf eine genetische Veranlagung zurückzuführen. Die Veranlagung kann innerhalb von Familien vererbt werden.

    Risikofaktor Hormone
    Hormone sind ein wesentlicher Faktor bei der Entstehung der Krankheit. Ohne das männliche Geschlechtshormon Testosteron kann kein Prostatakrebs entstehen. Testosteron ist für die Funktion der Prostata notwendig. Es fördert aber auch das Wachstum von Prostatakrebszellen.

    Die Ernährung, die Lebensführung und möglicherweise auch die Arbeitsbedingungen können die Entstehung von Prostatakrebs beeinflussen. Für die Gesundheit förderlich sind:

    • Gesundes Gewicht
    • Regelmäßige körperliche Betätigung
    • Ausgewogene Ernährung auf vor allem pflanzlicher Basis
    • Geringer Alkoholkonsum

    Die Vorsorgeuntersuchung ist für die Früherkennung von Prostatakrebs besonders wichtig, da der Patient im Frühstadium der Erkrankung keine typischen Beschwerden hat. Männer ab 45 Jahren können einmal jährlich die Leistungen des gesetzlichen Früherkennungsprogramms in Anspruch nehmen. Die Untersuchung ist kostenlos. Ob es sich um eine gutartige oder bösartige Prostataveränderung handelt, kann nur der Arzt mit Hilfe von Diagnostikverfahren feststellen.

    Je früher das Prostatakarzinom diagnostiziert wird, desto besser sind die Chancen für eine vollständige Heilung.

    Neue Methoden zur Früherkennung - wie etwa die PSA-Bestimmung - zeigen vor allem im Frühstadium Veränderungen der Prostata auf. Dieser kostenpflichtige Bluttest ermittelt die Konzentration eines Eiweißstoffes, der nur von der Prostata gebildet wird. PSA steht für prostataspezifisches Antigen. Ein erhöhter PSA-Wert leitet weitere Untersuchungsmethoden ein, die eine Erklärung für den hohen Wert bringen.

    Zur Sicherung der Diagnose kann der Arzt eine Gewebeprobe durch den Enddarm entnehmen. Meist erfolgt diese in Kombination mit einer transrektalen Ultraschall-Untersuchung.

    Die Magnetresonanztomographie – kurz MRT - bei der Schnittbilder vom Körperinneren ohne Strahlung gemacht werden, gilt derzeit als das beste bildgebende Verfahren zum Tumornachweis. Bei Verdacht auf ein Prostatakarzinom lassen sich mit Hilfe des MRT tumorverdächtige Bereiche aufzeigen.
    Die Biopsie kann allerdings nicht von der MRT ersetzt werden. In speziellen Fällen kann die Magnetresonanztomographie bei der ärztlichen Entscheidung helfen, ob und in welchem Ausmaß eine Operation sinnvoll ist.

    Besteht der Verdacht auf Metastasen in den Knochen wird eine Knochenszintigraphie durchgeführt. Für ein Szintigramm wird ein radioaktiver Stoff in die Blutbahn gespritzt, damit dieser mit dem Blut durch den ganzen Körper transportiert wird. In erkrankten Knochen reichern sich die radioaktiven Teilchen an. Eine spezielle Kamera macht diese Ansammlungen sichtbar.

     Wenn die Diagnose Prostatakrebs feststeht und auch das Ausmaß sowie das Stadium der Erkrankung klar sind, besprechen Arzt und Patienten die Möglichkeiten der Behandlung.

    Folgende Therapieverfahren stehen beim Prostatakarzinom zur Verfügung:

    • Operation
    • Strahlentherapie
    • Hormontherapie
    • Chemotherapie
    • Aktive Überwachung
    • Abwartendes Beobachten

    Bei Tumoren im Frühstadium, die auf die Prostata beschränkt sind, bieten sich als Behandlungsmöglichkeiten die Operation und die Strahlentherapie an. Bei der Operation wird die Prostata komplett entfernt.

    Hauptziel ist es, das Tumorgewebe vollständig zu entfernen und damit eine Heilung zu erreichen. Gleichzeitig mit der Prostata werden auch die Samenblasen und eventuell die Lymphknoten des Beckens entfernt. So wird verhindert, dass sich Tumorzellen über die Lymphwege ausbreiten.

    Als Alternative zur Operation ist eine Strahlentherapie möglich. Sie ist dann die erste Wahl, wenn ein operativer Eingriff nicht durchgeführt werden kann oder nicht erwünscht ist. Bei der Bestrahlung wird mit radioaktiver Strahlung direkt auf den Tumor gezielt. Die Zellkerne der Krebszellen werden dabei so stark geschädigt, dass die Krebszellen sich nicht mehr teilen können und zu Grunde gehen. Es gibt zwei Arten der Bestrahlung. Zum einen die von außen - die so genannte perkutane Strahlentherapie - zum anderen von innen - die so genannte Brachytherapie.

    Hat der Krebs die Drüse nicht überschritten, ist eine Heilung durch eine Operation oder Bestrahlung möglich.

    Hat sich der Tumor zum Zeitpunkt der Diagnose bereits in benachbartes Gewebe ausgebreitet und Metastasen in Lymphknoten gebildet, wird die Hormonentzugstherapie gewählt. Sie wirkt im ganzen Körper. Diese Therapie hemmt die Bildung und Wirkung des männlichen Geschlechtshormons Testosteron. Alternativ kann nur die Wirkung von Testosteron unterdrückt werden und somit auch der stimulierende Effekt auf die Prostatakrebszellen. Bei dieser Hormonblockade wird das Testosteron weiter im Körper gebildet und behält damit weitgehend seinen vorwiegend positiven Einfluss auf den Organismus des Mannes. Das Tumorwachstum kann über den Eingriff in den Hormonstoffwechsel über einen längeren Zeitraum zum Stillstand gebracht werden.

    Bei einer Chemotherapie werden Medikamente eingesetzt - sogenannte Zytostatika - die das Wachstum von Krebszellen hemmen und sie dadurch zerstören. Die Zytostatika verteilen sich im gesamten Körper und erreichen damit auch Tumorzellen, die sich bereits auf andere Körperregionen ausgebreitet haben. Die Behandlung bringt zwar keine Heilung, aber sie kann den Krankheitsverlauf erheblich verzögern.

     Hat der Tumor bereits Knochenmetastasen ausgebildet, werden die Hormonentzugstherapie und Chemotherapie in Kombination mit der Strahlentherapie eingesetzt. Hierdurch können Schmerzen gelindert und die Tumorausbreitung gestoppt werden.

    Bei Patienten mit einem weniger bösartigen Tumoren besteht die Möglichkeit, zunächst keine Therapie durchzuführen. Bei der „aktiven Überwachung“ wird regelmäßig festgestellt, ob der Tumor überhaupt wächst. Wird Tumorwachstum festgestellt, kann sofort eine Behandlung eingeleitet werden.  

    Patienten in hohem Alter, für die eine Therapie sehr anstrengend wäre kann das „abwartende Beobachten“ eine Therapieoption sein. Hier wird der Patient langfristig beobachtet und bei Beginn von Beschwerden, die durch den Krebs verursacht werden, ausschließlich die Beschwerden therapiert, jedoch nicht der Krebs selbst.

    Zusatzinformation: Prostatakrebs - Einteilung der Tumorarten und Tumorstadien

    Wie andere Tumoren auch, wird das Stadium des Prostatakarzinoms nach dem sogenannten TNM-System klassifiziert, wobei T für Tumor, N für Lymphknoten ("node") und M für Metastasen steht. Das Stadium der Krebserkrankung wird gemäß WHO durch die Bezeichnungen „ T1-2“ und „ T3-4“ angegeben. Sie besagen, wie weit sich der Krebs innerhalb der Prostata ausgebreitet hat (s. Tab. unten).

    Eine weitere Einteilung für das Prostatakarzinom nimmt der Pathologe anhand des Wachstumsmusters vor. Es ergibt sich daraus der sogenannte Gleason-Score mit Werten zwischen 2 und 10 und es gilt, je höher der Wert, desto schlechter die Prognose.

    Tx

    Primärtumor kann nicht beurteilt werden

    T0

    Kein Anhalt für Primärtumor

    T1

    Klinisch inapparenter Tumor, nicht palpabel, in bildgebenden Verfahren nicht darstellbar

    T1a

    Inzidenteller Tumor in 5% oder weniger des histologischen Resektionspräparates

    T1b

    Inzidenteller Tumor in mehr als 5% des histologischen Resektionspräparates

    T1c

    Durch Nadelbiopsie identifizierter Tumor (durchgeführt z. B. wegen PSA-Erhöhung)

    T2

    Tumor auf die Prostata begrenzt

    T2a

    Tumor befällt die Hälfte eines Lappen oder weniger

    T2b

    Tumor befällt mehr als die Hälfte eines Lappens

    T2c

    Tumor in beiden Lappen

    T3

    Tumor durchbricht die Prostatakapsel
    Anmerkungen: Invasion in den Apex der Prostata oder in die Prostatakapsel (aber nicht darüber hinaus) wird als T2 (nicht T3) klassifiziert

    T3a

    Extrakapsuläre Ausbreitung (ein- und/oder beidseitig) unter mikroskopischer Beteiligung des Blasenhalses

    T3b

    Tumor infiltriert Samenblase(n)

    T4

    Tumor ist fixiert oder infiltriert andere benachbarte Strukturen als die Samenblasen (Blasenhals, Sphincter externus, Rektum, Levator-Muskulatur, Beckenwand)

     

    NX

    Regionäre LKs können nicht beurteilt werden

    N0

    Kein Anhalt für regionäre LKs

    N1

    Regionärer Lymphknotenbefall

    M0

    Keine Fernmetastasen

    M1

    Fernmetastasen

    M1a

    Nichtregionärer Lymphknotenbefall

    M1b

    Knochenmetastasen

    M1c

    Andere Lokalisation(en)

    (TNM 7. Auflage 2009 - deutsche Auflage 2010)

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