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  • Was ist Darmkrebs - das sogenannte Kolonkarzinom oder kolorektale Karzinom

    Der Begriff „Darmkrebs“ bezeichnet Krebserkrankungen des Dickdarms (Kolonkarzinom) und des Mastdarms (Rektumkarzinom). Zusammenfassend werden sie als kolorektales Karzinom bezeichnet. Darmkrebs kann sich in allen Abschnitten des Dick- und Mastdarms entwickeln. Ein Schwerpunkt liegt im unteren Dickdarmabschnitt, in den unteren 30 bis 40 Zentimetern. Vorläufer der Krebserkrankung sind in vielen Fällen so genannte Darmpolypen. Dabei handelt es sich um zunächst gutartige, oft pilzähnliche Geschwulste im Dickdarm. Etwa 90 Prozent der Darmkrebserkrankungen entstehen dadurch, dass diese Polypen entarten, ihre Zellen also zu Krebszellen werden.

    Darmkrebs ist bei beiden Geschlechtern die zweithäufigste Tumorerkrankung. In Deutschland erkranken derzeit pro Jahr jeweils rund 38.000 Männer und 31.000 Frauen. Darmkrebs tritt überwiegend ab dem 50. Lebensjahr auf. Das Durchschnittsalter beträgt bei Männern 69 Jahre, bei Frauen ist es mit 75 Jahren erheblich höher. Das Lebenszeitrisiko an Darmkrebs zu erkranken beträgt ungefähr 6 Prozent.
     

    Häufige Fragen

    Oft besteht eine Veranlagung für eine Erkrankung. Bestimmte Ernährungs- und Lebensgewohnheiten können Einfluss auf die Entstehung des kolorektalen Karzinoms haben. Auch Menschen mit gutartigen oder entzündlichen Darmerkrankungen sind gefährdet.

    Ernährung
    Gesunde Ernährung mit Obst und Gemüse hat einen deutlich positiven Effekt. Ist der Anteil von Vitaminen und Mineralstoffen in Lebensmitteln hoch, verringert sich das Erkrankungsrisiko.

    Ist die Ernährung hingegen fetthaltig, steigt das Risiko an Darmkrebs zu erkranken. Besonders Tierfette, also der häufige Konsum von Fleisch und verarbeiteten Fleischprodukten (z. B. Wurstwaren), kann das Risiko erhöhen. Untersuchungen haben ergeben, dass es Unterschiede bei den verschiedenen Fleischsorten gibt: der häufige Verzehr von sogenanntem "roten Fleisch" (Rind, Schwein, Lamm) erhöht das Erkrankungsrisiko, der vermehrte Verzehr von sogenanntem "weißem Fleisch" (Geflügel) sowie Fisch vermindert das Risiko. Es ist bekannt, dass beim Garen von Fleisch und Fleischprodukten ab einer bestimmten Temperatur Aromastoffe entstehen, die krebserregend sein können.

    Bewegung
    Mehrere Studien zeigen auf, dass in Berufen mit einer vorwiegend sitzenden Tätigkeit das Darmkrebsrisiko höher ist. In Berufen mit körperlicher Bewegung oder bei Menschen, die sich allgemein viel bewegen, ist das Erkrankungsrisiko niedriger. Es wurde nachgewiesen, dass mit zunehmender Dauer einer sitzenden Tätigkeit das Risiko steigt.

    Übergewicht, Bewegungsmangel und Nikotinsucht sollten vermieden werden.

    Früherkennung

    Bei frühzeitiger Diagnose können etwa 90 Prozent aller Darmkrebspatienten geheilt werden. Gerade beim Darmkrebs ist die Früherkennung wichtig. Darum werden Früherkennungs- und Vorsorgeuntersuchungen von den gesetzlichen Krankenkassen ab dem 50. Lebensjahr übernommen.

    Der Arzt hat drei Möglichkeiten für die Diagnostik:

    • die Tastuntersuchung
    • der Okkultbluttest (Hämoccult-Test)
    •  die Darmspiegelung (Koloskopie)– ggf. mit Gewebeentnahme

    Bei der Tastuntersuchung fühlt der Arzt vorsichtig den Enddarm ab. Nahe am After gelegene Enddarmkarzinome können durch diese Tastuntersuchung frühzeitig und zum Teil in Vorstufen erkannt werden.

    Der Okkultbluttest legt verstecktes, nicht sichtbares Blut im Stuhl offen. Jedoch nicht jedes Karzinom oder jede Vorstufe sondert Blut in den Darm ab.

    Die Koloskopie ist derzeit die zuverlässigste Methode zur Früherkennung von Darmkrebs. Mit der Koloskopie können auch die Vorstufen von Darmkrebs, die sogenannten Adenome, aufgespürt und zum Teil in derselben Sitzung mit entfernt werden.

    Diagnostik

    Bei Verdacht auf einen Darmtumor werden verschiedene Untersuchungen eingeleitet. Hiermit wird abgeklärt, ob es sich tatsächlich um einen Tumor handelt. Ist dies der Fall, stellt der Arzt fest, wie weit die Gewebeveränderung bereits fortgeschritten ist.

    Die wichtigsten Untersuchungsmethoden zum Nachweis eines Tumors:

    • Tastuntersuchung (rektal-digitale Untersuchung)
    •  Okkultbluttest (Hämocculttest)
    •  Rektoskopie (starre Spiegelung des Mastdarms bis 20 cm)
    •  Sigmoidoskopie (flexible Teilspiegelung)
    • Koloskopie (flexible Spiegelung des gesamten Darms)Röntgenuntersuchung mit Kontrastmittel (Kolonkontrasteinlauf)

    Wird eine Krebserkrankung festgestellt, schließen sich weitere Untersuchungen an. Damit wird die Ausbreitung des Tumors auf benachbartes Gewebe und andere Organe bestimmt.

    Die wichtigsten Untersuchungsmethoden zum Nachweis eines Darmkarzinoms:

    •     Ultraschalluntersuchung (Sonographie/Endosonographie)
    • Computertomographie (CT)
    •  Kernspintomographie (Magnetresonanztomographie, MRT)
    •  Laboruntersuchungen

    Erst wenn alle Untersuchungen abgeschlossen sind, können die notwendigen Behandlungsmaßnahmen festgelegt werden.

    Wurde die Diagnose Darmkrebs gestellt, sprechen die beteiligten Ärzte ausführlich mit dem Patienten über die für ihn am besten geeignete Behandlungsstrategie.

    Folgende Behandlungsmethoden stehen zur Verfügung:

    • Operation
    • Chemotherapie
    • Strahlentherapie
    • Kombination von Strahlentherapie und Chemotherapie (Radio-Chemotherapie)
    •  zielgerichtete Therapien, Immuntherapie
    • Physikalische Verfahren (Kryo-, Thermo-, Hochfrequenz- und Laserverfahren)

    Die Operation
    Unabhängig vom Krankheitsstadium wird der Tumor meist operiert. Mit der Operation wird versucht, den Tumor und die ihn umgebenden Lymphknoten vollständig zu entfernen. Dies ist besonders im frühen Stadium des Darmkarzinoms gut möglich und erhöht die Chance auf eine vollständige Heilung. Auch bei fortgeschrittenem Darmkrebs wird der Tumor meistens operiert.

    Die Strahlentherapie
    Bei einer Strahlentherapie werden mit energiereicher Strahlung Krebszellen zerstört. Sie wird eingesetzt, um einen Tumor vor der Operation zu verkleinern und somit die Heilungschancen nach der Operation zu erhöhen. Die Strahlentherapie wird in der Regel nicht alleine durchgeführt, sondern mit der Chemotherapie kombiniert. Dieses bezeichnet man als Radiochemotherapie.

    Die Chemotherapie
    Konnte der Tumor trotz der Operation nicht vollständig entfernt werden oder besteht der Verdacht, dass sich an anderen Stellen im Körper noch Tumorzellen befinden, wird in der Regel eine Chemotherapie durchgeführt. Häufig wird Chemotherapie schon vor der Operation eingesetzt, um einen Tumor oder die entsprechenden Metastasen vorab zu verkleinern. Auch nach kompletter Entfernung des Tumors kann eine zusätzlich unterstützende Chemotherapie oder Radiochemotherapie folgen. Damit kann das Rückfallrisiko deutlich sinken. Um das Fortschreiten der Krankheit aufzuhalten und die Lebensqualität der Patienten zu verbessern, kommt die Chemotherapie ebenfalls zum Einsatz.

    Zytostatika in der Darmkrebstherapie
    Die Medikamente, die in der Chemotherapie verwendet werden, heißen Zytostatika. Dem Arzt steht heute eine Vielzahl verschiedener Zytostatika zur Verfügung. Er kann sie miteinander kombinieren und so ihre Wirkung steigern. Zytostatika greifen alle sich teilenden Zellen an. Besonders gut wirken sie bei Zellen, die sich sehr schnell teilen, wie beispielsweise Tumorzellen. Die Zytostatika bremsen somit das Wachstum des Tumors. Darüber hinaus gelangen sie über den Blutkreislauf in den gesamten Körper und erreichen so auch die Krebszellen in den Metastasen.

    Zusatzinformation: Darmkrebs – Einteilung der Tumorarten und Tumorstadien

    Entscheidend für den Therapieplan bei Darmkrebs ist, wie stark sich die Krankheit bereits entwickelt hat. Um das Stadium der Erkrankung zu ermitteln - der englische Fachbegriff dafür lautet "Staging" - bedarf es einiger Untersuchungen, und dies braucht einige Tage bis Wochen Zeit.

    In nahezu jedem Fall von Darmkrebs ist eine Operation nötig. Sie ist nicht nur ein erster wichtiger Therapieschritt, sondern liefert auch entscheidende Hinweise auf das tatsächliche Krankheitsstadium. Wie weit sich der Tumor im Darm tatsächlich ausgebreitet hat, wie tief er in die Darmwand gewachsen ist und welche Absiedelungen er in Lymphknoten und angrenzenden Organen gebildet hat, lässt sich erst nach der Operation genau bestimmen. Dazu kommt, dass erst nach der mikroskopischen Untersuchung des entnommenen Tumorgewebes dessen Eigenschaften, die tatsächliche Aggressivität der Erkrankung, festgestellt werden kann ("Grading").

    Sind alle wichtigen Informationen zusammengetragen, fassen die Ärzte die Daten über den vorliegenden Darmkrebs kurz in Krankheitsstadien zusammen.

    Das Krankheitsstadium wird mit Hilfe der TNM-Klassifizierung ausgedrückt. Dieses System arbeitet mit den drei Merkmalen:

    • T steht für Tumor und beschreibt die Größe und Ausdehnung des Tumors, bei Darmkrebs ist dies der Tumor im Darm.
    • N bezeichnet die angrenzenden Lymphknoten (N für Nodus, lateinisch: Knoten), die von Absiedlungen des Tumors befallen sind.
    • M kennzeichnet das Fehlen oder Vorhandensein von (Fern-)Metastasen, also entfernte Absiedlungen und Tochtergeschwülste in anderen Organen.

    Dem Buchstaben folgt eine Zahl, die das jeweilige T, N und M-Stadium wiedergibt.

    T1-4 und Tis: T steht für Tumor, je höher die Zahl, desto stärker hat sich der Krebs in der Darmwand oder im umliegenden Gewebe ausgebreitet.

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