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  • Was ist ein diabetisches Fußsyndrom?

    Das diabetische Fußsyndrom ist eine der Hauptkomplikationen des Diabetes mellitus. Der Begriff umfasst Verletzungen am Fuß bei Patienten mit Diabetes mellitus, unabhängig vom Diabetestyp und der Art der Verletzung. Nervenschäden und Durchblutungsstörungen der Extremitäten, die in der Folge eines dauerhaft hohen Blutzuckers auftreten können, sind die häufigsten Ursachen für die Entstehung eines diabetischen Fußsyndroms. Da ein Diabetiker durch die Beeinträchtigung der Nerven Schmerzen nur noch eingeschränkt oder gar nicht mehr wahrnimmt und der Fuß schlecht durchblutet ist, heilen die Wunden schlecht. Bleibt eine rechtzeitige Behandlung aus, kann das diabetische Fußsyndrom im schlimmsten Fall zu einer Amputation des betroffenen Fußes oder Beines führen.

    Häufige Fragen

    Bereits geringfügige Verletzungen wie beispielsweise

    • Falsches, zu enges Schuhwerk*
    • Druckstellen
    • Eintreten von Fremdkörpern
    • Eingewachsene Zehennägel
    • Verbrennungen durch zu heiße Fußbäder

    führen zu Wunden am Fuß, die sich schnell infizieren und das Gewebe schädigen.

    * Die häufigste Ursache für Fußverletzungen sind zu enge Schuhe. Alle Schuhe, die lokalen Druck auf den Fuß ausüben, sind zu meiden. Schuhe mit hartem Korkfußbett, mit Riemen oder harte Fußeinlagen sind ungeeignet.

    Solche infizierten Wunden heilen beim Diabetiker schlecht, weil dieser Schmerzen durch diabetische Nervenschädigungen weniger wahrnimmt und das Bein oft schlecht durchblutet ist. Die Infektion breitet sich in tiefere Gewebsschichten aus, sodass ohne richtige Behandlung eine Amputation der gesamten Extremität notwendig werden kann.

    Das vorrangige Ziel bei der Behandlung des diabetischen Fußsyndroms ist in jedem Fall die Vermeidung einer Amputation.

    • Lange Dauer und schwerer Verlauf des Diabetes
    • Starke Blutzuckererhöhung; schlechte Stoffwechseleinstellung
    • Nervenschädigung
    • Arterielle Verschlusskrankheit
    • Hohes Alter des Patienten
    •  Adipositas (= Fettleibigkeit) Grad 2 (Grad 2 bedeutet, der BodyMass Index (BMI) ist größer oder gleich 35; der BMI berechnet sich aus dem Körpergewicht [kg] dividiert durch das Quadrat derKörpergröße[m²])  
    • Gelenkerkrankungen (z. B. Hüfte/Knie) oder Gelenkimplantat mit Funktionsbeeinträchtigung
    • Barfuß laufen 
    • eingeschränkte Gelenkmobilität, z. B. Fußdeformitäten
    • (erhebliche) Einschränkung der Sehschärfe 
    • Hornhautschwielen
    • Unterdrückung der körpereigenen Abwehr mit Medikamenten einschließlich Glukokortikoide 
    • mangelnde/falsche Fußpflege 
    • motorische Funktionseinschränkung/Lähmung eines oder beider Beine 
    • psychosoziale Faktoren
    • Seheinschränkungen 
    • Suchtkrankheiten (z. B. Rauchen, Alkoholismus) 
    • ungeeignetes Schuhwerk 

    Sehr wichtig ist eine regelmäßige, mindestens alle drei Monate erfolgende Untersuchung der Füße des Diabetikers durch den behandelnden Arzt sowie die Schulung und Information von Risikopatienten.

    Weitere vorbeugende Maßnahmen sind:

    • Tägliche Reinigung mit lauwarmem Wasser
    • Einreiben mit Feuchtigkeitscreme
    • Sachgerechte stumpfe Nagelpflege
    • Beseitigung von Schwielen
    • Versorgung mit geeignetem Schuhwerk

    Erste Hinweise auf ein diabetisches Fußsyndrom gibt die Inspektion der Füße des Diabetikers. Bei der Untersuchung wird auf Hautbeschaffenheit, Knochendeformierungen, Bewegungsverlust, Zeichen von Nervenschädigungen und Durchblutungsstörungen, Entzündungen und Verletzungen geachtet.

    Anzeichen für ein diabetisches Fußsyndrom sind:

    • Brennen, Kribbeln in den Zehen und den Füßen
    • Schmerz bei ruhenden Füßen, vor allem nachts
    • Taubheitsgefühl
    • Fußrückenschwellung
    • Krallenzehen
    • Hornhautschwielen
    • Gangstörungen

    Die Sensibilität der Nerven wird mit einem Stimmgabeltest untersucht. Dieser gibt Hinweise, ob eine Nervenschädigung vorliegt.

    Eine Durchblutungsstörung wird durch das Tasten der Fußpulse und einer Röntgen- oder Ultraschalluntersuchung festgestellt.

    Bei Verletzungen am Fuß eines Diabetikers muss umgehend eine sachgerechte Diagnose und Behandlung in einer diabetologischen Fußambulanz erfolgen. Nach Bestimmung der Ursachen für das Entstehen der Fußwunde wird die notwendige Therapie eingeleitet.

    Therapie des diabetischen Fußsyndroms bei Schädigung der Nerven

    Abgestorbenes, infiziertes und schlecht heilendes Gewebe wird entfernt. Antibiotika werden zur Bekämpfung vorliegender bakterieller Infektionen eingesetzt.

    Sehr wichtig ist es, den betroffenen Fuß durch spezielles Schuhwerk, Bettruhe, Gehstützen oder einen Rollstuhl vom Druck zu entlasten. So können die Wunden abheilen und keine neuen Druckstellen entstehen. Mit Hilfe dieser Therapiemaßnahmen heilt die Wunde in den allermeisten Fällen komplett ab.

    Therapie des diabetischen Fußsyndroms bei Durchblutungsstörung

    Liegt eine Durchblutungsstörung vor, muss die arterielle Durchblutung umgehend verbessert werden. Eine Abheilung der Wunden kann nur erfolgen, wenn eine ausreichende Versorgung des Gewebes mit Sauerstoff gegeben ist. Dazu wiederum ist eine gute Durchblutung unabdingbar. 

    Zur Behandlung von Durchblutungsstörungen stehen folgende Methoden zur Verfügung:

    • Aufdehnung eines verengten oder verschlossenen Gefäßes mit einem Ballonkatheter
    • Legen eines Bypasses
    • Medikamentöse Durchblutungssteigerung
    • Eine gesunde Lebensweise, gesunde Ernährung und mehr Bewegung unterstützen die Behandlung des diabetischen Fußsyndroms. Risikofaktoren wie Rauchen und Übergewicht sollten vermieden werden. Die optimale Einstellung von Blutzucker, Blutfettwerten sowie des Blutdrucks ist wichtig.

    Links zum Thema diabetisches Fußsyndrom

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