|
Frage: |
Was sind Opioide? |
| |
Antwort: |
Opioide sind sehr starke Schmerzmittel, die zu den Betäubungsmitteln zählen. Sie hemmen die Weiterleitung der Schmerzsignale, indem Sie sich an Bindestellen (sog. Opioidrezeptoren) setzen. Sie reduzieren die Schmerzen, ähnlich wie Endorphine (körpereigene Opioide). Als Opioide bezeichnet man die Abkömmlinge von Morphium, die sowohl natürlich sein können als auch synthetisch hergestellt werden, z.B. Morphin, Fentanyl, Buprenorphin, Hydromorphon und Oxycodon.
|
|
|
| |
| |
Frage: |
Wie nehme ich Opioide ein? |
| |
Antwort: |
Nehmen Sie Ihr Medikament immer genau nach den Anweisungen Ihres Arztes ein. Halten Sie sich bitte an die vorgegebenen Zeiten, damit das Medikament richtig wirken kann.
Ein retardiertes (= langsam freisetzend über mehrere Stunden) Opioid sorgt für eine Schmerzlinderung rund um die Uhr, wenn die Einnahme regelmäßig und unter Einhaltung der Uhrzeiten erfolgt.
Hat Ihr Arzt Ihnen dagegen ein schnellwirksames Opioid verschrieben, so können Sie dieses bei akuten Schmerzen gemäß der ärztlichen Erklärung bei Bedarf einnehmen. |
|
|
| |
| |
Frage: |
Gibt es Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten? |
| |
Antwort: |
Es treten Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten, z.B. Beruhigungsmitteln, auf. Große Vorsicht ist auch mit Alkohol geboten! Sie sollten keinen Alkohol trinken solange Sie Opioide einnehmen, da es ihr Reaktionsvermögen beeinträchtigt. Weitere Wechselwirkungen erfragen Sie bitte bei Ihrem Arzt oder Apotheker oder lesen Sie den Beipackzettel Ihres Medikamentes. |
|
|
| |
| |
Frage: |
Welche Nebenwirkungen können auftreten? |
| |
Antwort: |
Die häufigste Nebenwirkung von Opioiden ist die Verstopfung. Vorbeugend bzw. zur Behandlung sollten Sie auf eine ausgewogene, ballaststoffreiche Ernährung, ausreichende Trinkmenge und Bewegung achten. Da die Verstopfung meist während der gesamten Einnahmezeit auftritt, wird vom Arzt ein Abführmittel verschrieben. Weitere häufige Nebenwirkungen sind Übelkeit, Erbrechen und Müdigkeit, insbesondere zu Behandlungsbeginn. Hier helfen Antiemetika. In der Regel nehmen die Beschwerden nach einigen Tagen ab. Bitte sprechen Sie immer mit Ihrem Arzt über Ihre Beschwerden. |
|
|
| |
| |
Frage: |
Machen Opioide süchtig? |
| |
Antwort: |
Opioide nehmen Ihnen die stärksten Schmerzen. Ohne sie wären sie vielfach nicht zu einer Teilnahme am täglichen Leben fähig. Sie sind gewissermaßen abhängig von dem Medikament, wie ein Diabetiker sein Insulin benötigt. Es stellt sich eine körperliche Abhängigkeit ein. Eine Sucht tritt entgegen der verbreiteten Meinung selten bei richtiger Anwendung auf. Wichtig ist die Einhaltung der Einnahmeanweisungen durch den Arzt. Bei einem plötzlichen Absetzen der Medikation treten u.U. Entzugssymptome auf. Bei einem langsamen Absetzen kann dies verhindert werden. |
|
|
| |
| |
Frage: |
Nimmt die Opioidwirkung auf Dauer ab? |
| |
Antwort: |
Ein erhöhter Bedarf kann auf eine Gewöhnung zurückzuführen sein. Ebenfalls ist ein Fortschreiten der Erkrankung möglich. Bitte besprechen Sie einen erhöhten Opioidbedarf mit Ihrem Arzt, um die genaue Ursache zu klären. |
|
|
| |
| |
Frage: |
Kann ich Auto fahren? |
| |
Antwort: |
Generell gibt es kein Autofahrt-Verbot bei der bestimmungsgemäßen Einnahme des verschriebenen Opioids. Der Einzelfall muss jedoch immer mit dem behandelnden Arzt besprochen werden. Es ist beispielsweise wichtig, dass Sie auf eine konstante Morphin-Dosis eingestellt sind. Bei der Entscheidung Auto zu fahren ist insbesondere Ihre eigene kritische Einschätzung Ihrer Tagesform wichtig. Gründe dafür den Wagen stehen zu lassen können starke Schmerzen oder das eigenmächtige Absetzen des Opioids sein. Aus ärztlicher Sicht sollte das Autofahren bzw. Bedienen von Maschinen in folgenden Situationen untersagt werden: - während der Einstellungsphase auf ein Opioid - bei einer Änderung der täglichen Dosis - bei einem schlechten Allgemeinzustand - bei zusätzlicher Einnahme von Beruhigungsmitteln Auf Wunsch (keine Verpflichtung!) besteht beispielsweise auch die Möglichkeit einer sachkundigen Prüfung der Fahrtüchtigkeit durch den medizinisch-psychologischen Dienst des TÜV. Bei Bestehen erhält der Patient eine offizielle Bescheinigung.
|
|
|
| |
| |
Frage: |
Kann ich Opioide mit auf Reisen nehmen? |
| |
Antwort: |
Generell ja. Sie sollten jedoch Ihre Urlaubspläne frühzeitig mit dem Arzt besprechen, da für das Mitführen von Opioiden bzw. Betäubungsmitteln einige Unterlagen notwendig sind. Die Medikamente könnten sonst beschlagnahmt werden.
Für Reisen bis zu 30 Tage in Mitgliedstaaten des Schengener Übereinkommens (aktuelle Informationen unter http://www.auswaertiges-amt.de) sind Bescheinigung für das Mitführen von Betäubungsmitteln bei der Bundesopiumstelle in Bonn erhältlich. Diese Bescheinigung muss vom Arzt ausgefüllt und durch die zuständige oberste Landesgesundheitsbehörde oder einer von ihr beauftragten Stelle (z.B. örtliches Gesundheitsamt) beglaubigt werden.
Bei Reisen in andere Länder sollten Sie sich bei der zuständigen diplomatischen Vertretung in Deutschland nach den genauen Bestimmungen erkundigen. Ein ärztliches Attest, möglichst in englischer Sprache mit Angaben zu Einzel- und Tagesdosierungen, zur Wirkstoffbezeichnung und Dauer der Reise sollten Sie mit sich führen. Die Menge des Opioids muss der Aufenthaltslänge entsprechen. Eine Beglaubigung durch die Gesundheitsbehörde des jeweiligen Bundeslandes wird empfohlen. Es ist zudem empfehlenswert immer den Opioid-Ausweis mit sich zu führen. |
|
|
| |
| |
Frage: |
Wo bekomme ich einen Opioid-Ausweis? |
| |
Antwort: |
Ein Opioid-Ausweis sollten Sie bestenfalls immer mit sich führen, um zu belegen, dass Sie auf Morphin angewiesen sind. Er wird von Ihrem Arzt ausgefüllt. Den Ausweis erhalten Sie direkt bei Ihrem Arzt oder über die Geschäftsstelle der Deutschen Gesellschaft für Schmerztherapie e.V.:
Deutsche Gesellschaft für Schmerztherapie e.V. Adenauerallee 18, 61440 Oberursel Telefon 06171/ 286060 www.dgschmerztherapie.de |
|
|
| |
| |
|