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| Arthritis psoriatica Weiterführende Informationen:
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| Krankheitsbild Die Arthritis psoriatica (Arthritis von griech: arthron = Gelenk, -itis = Entzündung, psora=griech. Krätze, Räude, -iasis = Krankheit) ist eine Ganzkörpererkrankung, welche die Entzündung mehrerer Gelenke mit einem gleichzeitigen Befall der Haut und Nägel, manchmal auch der Augen verknüpft. Der Hautbefall zeigt sich in der Regel vor dem Gelenkbefall und beginnt ca. 10 Jahre früher. Am häufigsten sind die Kniegelenke betroffen, seltener die Endgelenke der Finger, noch seltener die Sprunggelenke und die Mittel- bzw. Endgelenke der Zehen. Die Psoriasis-Arthritis beginnt oft schleichend und ist mit schmerzhaften Gelenkschwellungen, Rötungen und Bewegungseinschränkungen verbunden. Im Gegensatz zur rheumatoiden Arthritis sind die Gelenke bevorzugt asymmetrisch befallen, d. h. beispielsweise nicht rechtes und linkes Knie gleichzeitig. Eine Beteiligung der Wirbelsäule ist ebenfalls typisch, kommt aber bei Männern häufiger vor. Die schwere Verlaufsform kann zu einer Zerstörung der Gelenke und Wirbel führen, besonders bei Finger- und Zehengelenken. Tückisch an einer Psoriasis-Arthritis ist, daß die entzündeten Gelenke lange Zeit nur wenig Schmerzen bereiten. Somit kann unbemerkt ein erheblicher Umbau mit dauerhafter Zerstörung der Gelenke eintreten. Die Haut- und Nagelveränderungen einer Psoriasis-Arthritis werden in dem Kapitel über die Psoriasis vulgaris beschrieben und Therapiemöglichkeiten werden vorgestellt.
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| Häufigkeit - Inzidenz Eine Psoriasis-Arthritis entwickelt sich bei 5-10% der Psoriasis-Erkrankten und befällt Männer und Frauen mit gleicher Häufigkeit. In Deutschland gibt es ca. 80 – 120.000 Patienten. Die Erkrankung tritt in jedem Lebensalter auf, jedoch mit erhöhter Frequenz zwischen dem 20. und 40. Lebensjahr.
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| Entstehung - Pathogenese Die Psoriasis-Arthritis entsteht durch eine Fehlsteuerung unseres Immunsystems. Dieser Abwehrapparat hat die Aufgabe, gefährliche Krankheitserreger, Fremd- und Schadstoffen zu erkennen und zu gezielt zerstören. Körpereigene Substanzen und umliegendes Gewebe werden von Zellen des Immunsystems normalerweise erkannt und toleriert. Ist die Zell-Zell-Kommunikation jedoch gestört, so entfaltet das Immunsystem seine zerstörerische Aktivität auch gegen körpereigenes Gewebe.
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| Diagnose Die Diagnose einer Psoriasis-Arthritis ist zu Beginn der Erkrankung oft schwierig zu stellen. Denn häufig sind nur einzelne Gelenke entzündet und ein typisches Befallsmuster an Finger- und Zehengelenken fehlt vielen Patienten. Auch gibt es beschwerdefreie Phasen zwischen den einzelnen Krankheitsschüben, die eine Diagnosestellung ebenfalls erschweren. Hier kann nur abgewartet und der weitere Krankheitsverlauf genau beobachtet werden. Daher vergeht möglicherweise eine gewisse Zeit, bis die Diagnose einer Psoriasis-Arthritis gesichert ist. Der Facharzt für Rheumatologie ist hier der richtige Ansprechpartner. Er kann die entzündeten Gelenke fachgerecht beurteilen, dem Gelenk Flüssigkeit zur weiteren Analyse entnehmen, Laboruntersuchungen des Blutes veranlassen, Röntgenbefunde erheben und wird individuell eine geeignete Therapie festlegen.
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| Therapieziele Die Therapie einer Psoriasis-Arthritis hat das Ziel, krankheitsbedingte Entzündungsreaktionen an Gelenken, Knochen und Bändern zu reduzieren und Schmerzen zu lindern. Es ist wichtig, eine fortschreitende Zerstörung dieser körpereigenen Strukturen aufzuhalten, um die ursprüngliche Stabilität und Funktion der Gelenke zu erhalten und irreparable Veränderungen zu verhindern. Anderenfalls drohen schwerwiegende Beeinträchtigungen in der Beweglichkeit mit anhaltenden Schmerzen und weitreichenden Auswirkungen auf die Selbständigkeit der Patienten, deren Gesundheit und Berufsleben.
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| Therapiemöglichkeiten Bei Schmerzen und entzündlichen Gelenkreaktionen verordnet der Arzt zunächst rasch wirksame nichtsteroidale Antirheumatika in angepaßter Dosierung. Im akuten Erkrankungsschub sind zusätzlich entzündungshemmende Kortikoide angebracht, die als Tabletten eingenommen werden. Sind einzelne Gelenke stark entzündet, verabreicht der Arzt auch Kortikoid-Spritzen, die er direkt in die Gelenkkapsel injiziert. Die nächste Stufe der medikamentösen Behandlung ist eine Langzeittherapie mit Antirheumatika. Je nach Patient kommen unterschiedliche Basistherapeutika in Frage:
Den Wirkstoffen Methotrexat und Azathioprin werden bei dieser Erkrankung eine positive Beeinflussung des Krankheitsverlaufs zugeschrieben. Wenn zum Gelenkbefall eine starke Hautbeteiligung hinzukommt, gilt Methotrexat als Mittel der Wahl. Bei Nichtansprechen auf eine Basistherapie kann eine Therapie mit Biologika (biotechnologisch hergestellte Wirkstoffe) eingeleitet werden. Sollte mittels medikamentöser Therapie keine zufriedenstellende Besserung an den Gelenken eintreten, sind operative Maßnahmen und ein Gelenkersatz zu erwägen. Zur Erhaltung der Beweglichkeit sind ergänzend gezielte krankengymnastische Übungen wichtig. Zunehmende therapeutische Bedeutung haben auch nicht-medikamentöse Maßnahmen, wie der Erfahrungsaustausch in Selbsthilfegruppen oder die Teilnahme an Patientenschulungen. Die Zusammenarbeit von Arzt und Patient wird durch diese speziellen Schulungen effektiver, z. B. durch eine verbesserte Rückmeldung von Behandlungserfolgen oder auch behandlungsbedingten Komplikationen. Schulungen bei der Medikamenteneinnahme helfen darüber hinaus, Fehlanwendungen zu vermeiden, geben mehr Sicherheit und stärken die Eigenverantwortung.
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