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Krebserkrankungen

Eierstockkrebs

Weiterführende Informationen:

  Was ist Eierstockkrebs?
  Wie wird die Diagnose durchgeführt?
  Kann Eierstockkrebs Fernabsiedlungen (Metastasen) bilden?
  Welche Stadien der Erkrankung werden unterschieden?
  Wie wird Eierstockkrebs behandelt?
  Können Schmerzen auftreten und wie werden diese therapiert?
  Wie sieht die Nachsorge aus?
  Schlussfolgerungen

 

 


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Was ist Eierstockkrebs?

Die bösartigen Tumoren des Eierstocks machen etwa 25% aller weiblichen Genitaltumoren aus. In Deutschland erkranken jährlich ca. 8000 Frauen an Eierstockkrebs.

Eierstockkrebs entwickelt sich aus den Zellen des Eierstockes. Krebszellen haben die Eigenschaft, sich unkontrolliert zu teilen und über die natürlichen Grenzen der betroffenen Organe herauszuwachsen. Die Geschwulst, die aus diesen vielen Zellen entsteht, wird auch als Tumor bezeichnet. Man unterscheidet viele feingewebliche (histologische) Typen des Eierstockkrebses, da im Eierstock mehrere Zelltypen vorhanden sind. In ca. 90% handelt es sich um epitheliale Tumore.

Da Eierstockkrebs meistens zu Beginn einen schleichenden Verlauf hat und zurzeit keine sicheren Früherkennungsmethoden existieren und die Beschwerden am Anfang uncharakteristisch (z. B. Schmerzen im Unterbauch, Zunahme an Leibesumfang, Verdauungsbeschwerden) sind, wird der Tumor meist erst in einem fortgeschritteneren Stadium (Stadium III / IV) erkannt.

 

 

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Wie wird die Diagnose durchgeführt?

Bei einer entsprechenden Größe des Tumors kann dieser vom Gynäkologen getastet werden. Unterschiedliche Verfahren wie zum Beispiel Ultraschall (Sonographie), Magnetresonanztomographie (MRT) oder Computertomographie (CT) dienen der Absicherung der Diagnose. Tumormarker wie CA-125 können zur Verlaufskontrolle eingesetzt werden. Das CA-125 ist ein Körpereiweiß, das bei etwa 80% der Patientinnen vom Tumor produziert wird und bei diesen im Blut erhöht ist. Es kann aber auch bei „gesunden“ Frauen und bei gutartigen Erkrankungen im Blut erhöht sein.

Wenn alle Untersuchungsergebnisse vorliegen, kann die Therapie geplant werden. Die Untersuchungen geben keine 100prozentige Sicherheit, sondern untermauern lediglich eine Verdachtsdiagnose. Sicherheit über die Diagnose gibt erst die Operation mit der histologischen Untersuchung.

Die Behandlung des Ovarialkarzinoms besteht aus den zwei folgenden Bereichen:

  • Operation

  • Chemotherapie

 

 

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Kann Eierstockkrebs Fernabsiedlungen (Metastasen) bilden?

Am häufigsten treten Metastasen im Bauchfell (Peritoneum), an nahegelegenen Lymphknoten und am Darm auf. Ein Hinweis für den Tumorbefall des Bauchfelles kann eine Entwicklung einer Bauchwasser-Ansammlung (Aszites) sein.

 

 

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Welche Stadien der Erkrankung werden unterschieden?

FIGO Stadium Ia

Der Tumor ist auf einen Eierstock begrenzt.

 

FIGO Stadium Ib

Der Tumor befällt beide Eierstöcke.

 

FIGO Stadium Ic

Situation wie bei Stadium Ia oder Ib, zusätzlich: Kapseldurchbruch oder Tumor auf Eierstockoberfläche oder Bauchwasser mit bösartigen Zellen.

 

FIGO Stadium IIa

Der Tumor befällt einen oder beide Eierstöcke und breitet sich auf Gebärmutter oder Eileiter aus.

 

FIGO Stadium IIb

Der Tumor befällt einen oder beide Eierstöcke und breitet sich auf andere Beckengewebe aus.

 

FIGO Stadium IIc

Situation wie bei Stadium IIa oder IIb und Bauchwasser mit bösartigen Zellen oder Befall von Nachbarorganen (Enddarm, Blase)

 

FIGO Stadium III

Der Tumor befällt einen oder beide Eierstöcke, das Bauchfell oder es kommen auch Absiedlungen auf der Leberkapsel oder an Lymphknoten an den großen Gefäßen (z. B. große Bauchvene, Aorta) vor.

 

FIGO Stadium IV

Vorkommen von Fernmetastasen (z.B. im Gehirn, Lymphknotenbefall im Bereich des Schlüsselbeines, Befall des Lungengewebes, Befall des Lungenfelles mit Ergussbildung, Lebergewebebefall)

 

(Die FIGO ist eine internationale Krebsgesellschaft, die die Einteilung der Tumorstadien geschaffen hat.)

 

 

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Wie wird Eierstockkrebs behandelt?

1. Operation

Zu Beginn wird meistens eine ausgedehnte Operation durchgeführt. Die Patientinnen profitieren von einer maximalen Tumorreduktion. Der postoperative Tumorrest stellt den wichtigsten Prognosefaktor dar. Die beste Ausgangssituation sowohl bezüglich des tumorfreien Überlebens als auch des Gesamtüberlebens haben Patientinnen ohne postoperativen Tumorrest.

 

Operatives Management des Eierstockkrebses:

  • Längsgestellter Bauchschnitt (Längslaparotomie) vom Schambein bis zum unteren Rand des Brustbeins. Dies ermöglicht eine detaillierte Inspektion des Bauchraumes und die komplikationsarme Durchführung der operativen Prozeduren.

  • Gebärmutterentfernung (totale Hysterektomie)

  • Beidseitige Eierstockentfernung (Salpingo-oophorectomie)

  • Komplette Entfernung der Bauchschürze (infragastrale Omentektomie)

  • Systematische Lymphknotenentfernungen im Bereich der Beckengefäße und der Bauchschlagader (pelvine und paraaortale Lymphonodektomie)

 

Wenn weitere Organe oder Strukturen wie Darmanteile oder Bauchfell durch den Tumor besiedelt sind, kann die Entfernung dieser Organe notwendig werden. Ein interdisziplinäres Vorgehen (Gynäkologen, Chirurgen) sollte angestrebt werden, um eine optimale Tumorresektion zu erreichen. Das endgültige Ausmaß der Operation kann erst zum Zeitpunkt des Eingriffs festgelegt werden. Das Ziel der Operation ist die vollständige Entfernung des Tumors.

 

Welche Folgen hat die Operation?

Die Beschwerden hängen davon ab, wie umfangreich die Operation sein musste. Im Allgemeinen gilt: Je umfangreicher die Operation, desto eher kann es zu Beschwerden kommen. Entleerungsstörungen der Blase oder des Darms können durch Irritation oder Verletzung von Nerven während der Operation auftreten. Diese Folge tritt eher selten auf, bessert sich meist spontan, kann aber auch über Wochen oder Monate andauern. Während dieser Zeit muss z.B. die Blase mit Hilfe eines Katheters, der über die Harnröhre in die Blase eingeführt wird, regelmäßig vollständig entleert werden. Wenn Darmanteile entfernt werden müssen, kann es selten notwendig sein, vorübergehend einen künstlichen Darmausgang (Anus praeter) anzulegen. In der Regel kann dieser später operativ wieder rückverlegt werden. Verwachsungen im Operationsbereich können weitere mögliche Folgen der Operation sein. Störende Verwachsungen können in einer weiteren Operation behoben werden. Durch die Entfernung der Eierstöcke werden jüngere Frauen, die noch nicht im Klimakterium sind, in die Wechseljahre (Menopause) mit Auftreten typischer Wechseljahresbeschwerden versetzt. Diese Beschwerden können oft durch die Einnahme von Medikamenten gelindert werden.

 

2. Chemotherapie

Neben der maximal erreichbaren Tumorentfernung durch eine Operation besteht die Standardbehandlung des Eierstockkrebses aus einer anschließenden Chemotherapie. Die Chemotherapie ist bei den meisten Eierstockkrebserkrankungen notwendig. Sie zielt darauf ab, eventuell noch verbliebene Krebszellen im ganzen Körper durch zellwachstumshemmende Medikamente (Zytostatika) abzutöten. Zytostatika wirken sehr gut gegen rasch wachsende Zellen, eine Eigenschaft, die in besonderem Maße auf Krebszellen zutrifft. Gesunde Zellen, die ebenfalls eine hohe Teilungsrate besitzen, können durch die Therapie geschädigt werden. Hierzu gehören vor allem:

  • Knochenmark (Produktionsstelle der weißen und roten Blutkörperchen sowie der Blutplättchen)

  • Verdauungstrakt (z. B. Appetitlosigkeit, Erbrechen)

  • Nervensystem (z. B. Kribbeln, Pelzigkeitsgefühl in Händen und Füßen)

  • Haut, Haare (z. B. Hautrötung, Haarausfall)

 

Die Nebenwirkungen lassen sich zum Teil medikamentös lindern und verschwinden in der Regel wieder, wenn keine Zytostatika mehr verabreicht werden; z.B. setzt das Haarwachstum sofort nach einer Chemotherapie wieder ein.

Mit der Chemotherapie sollte innerhalb von 4 Wochen nach der Operation begonnen werden. Man verabreicht die Chemotherapie in regelmäßigen Abständen, sogenannten Zyklen, nachdem die Dosierung der einzelnen Präparate individuell nach Körpergröße, Gewicht und bei einigen Medikamenten zusätzlich durch die Nierenfunktion festgelegt wurde.

Welche Chemotherapie in Frage kommt, hängt von der körperlichen Verfassung und von eventuellen Begleiterkrankungen ab. Standard in der Erstbehandlung des Eierstockkrebses nach erfolgter Operation ist eine Kombination aus Paclitaxel, ein pflanzlicher Wirkstoff, der aus der Eibe gewonnen wird, und Carboplatin. Diese Therapie wird gewöhnlich über 6 Zyklen im Abstand von 21 Tagen durchgeführt.

Einige Patientinnen entwickeln auch nach zeitweisem Verschwinden aller auffälligen Tumorzeichen ein Wiederauftreten der Erkrankung (Rezidiv). Bei einem großen Teil der Patientinnen kann das Fortschreiten der Erkrankung durch die Therapie verhindert werden. Wenn die Erkrankung wieder auftritt, kann sie bei guter Lebensqualität behandelt werden. Ob eine erneute Operation notwendig ist, muss der behandelnde Arzt festlegen. Bei einer fortgeschrittenen und wiederkehrenden Erkrankung geht es in erster Linie um eine Begrenzung des Tumors, Linderung der Beschwerden und eine Lebensverlängerung, nicht um eine Heilung. Für eine Rezidivbehandlung stehen heute verschiedene wirksame Substanzen zur Verfügung.

Diese Medikamente unterscheiden sich vor allem in ihrem Nebenwirkungssprektrum. Der behandelnde Arzt entscheidet, welche Therapie der Situation angemessen ist.

Patientinnen mit Eierstockkrebs sollten vorzugsweise in klinischen Studien behandelt werden. Zur Zeit werden in Deutschland verschiedene klinische Studien durchgeführt und sind für die Teilnahme offen. Informationen zu klinischen Studien bei Eierstockkrebs können unter www.ago-ovar.de oder unter www.noggo.de abgerufen werden.

 

 

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Können Schmerzen auftreten und wie werden diese therapiert?

In weit fortgeschrittenen Stadien einer Krebserkrankung stehen für die Patientin häufig die tumorbedingten Schmerzen im Vordergrund. Sie beeinflussen die Lebensqualität meist stärker als der Tumor selbst. Eine der wichtigsten Maßnahmen ist in diesem Falle eine wirksame Bekämpfung der Schmerzen. Mit den heute verfügbaren Medikamenten und Methoden, die auf die individuelle Schmerzsituation abgestimmt werden, lassen sich Tumorschmerzen in den meisten Fällen gut lindern.

 

 

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Wie sieht die Nachsorge aus?

Die Nachsorge sollte ambulant nach Abschluss der Therapie in Zusammenarbeit zwischen niedergelassenen Ärzten und Kliniken erfolgen. Ziele der Nachsorge sind:

  • Psychoonkologische Mitbetreuung

  • Psychosoziale Mitbetreuung

  • Einleitung von Rehabilitationsmaßnahmen

  • Nachsorge-Diagnostik

  • Unterstützende Behandlung (z.B. bei Übelkeit, Durchfällen)

  • Intensivierte Krebsvorsorge (Selbstuntersuchung der Brust, Mammographiescreening, da das Risiko an Brustkrebs zu erkranken für Frauen mit Eierstockkrebs etwas erhöht ist und Brustkrebs einer der häufigsten Tumore der Frau ist)

 

Empfehlungen für die Nachsorgeuntersuchung:

Untersuchung in vierteljährlichen Abständen in den ersten beiden postoperativen Jahren, danach in halbjährlichen Abständen. Es wird eine gynäkologische und klinische Untersuchung durchgeführt und der Tumormarker CA-125 (bei erhöhten Werten vor der Operation) bestimmt. Das Computer-Tomogramm (CT) und eine Magnetresonanztomographie (MRT) sind nur bei Verdachtsfällen angezeigt.

Die Nachsorge ist der individuellen Situation der Patientin anzupassen. Die allgemeinen Empfehlungen verstehen sich lediglich als Orientierungshilfe.

 

 

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Schlussfolgerungen

  • Der entscheidende Faktor bei der Operation des Eierstockkrebses ist die maximale Tumorentfernung.

  • Dank neuer Therapieverfahren und der Entwicklung neuer Medikamente konnten in der Therapie des Eierstockkrebses erhebliche Verbesserungen erzielt werden.

  • Sowohl in der Erstsituation als auch bei Wiederauftreten der Erkrankung sollten die Patientinnen in klinischen Studien behandelt werden.

 

 

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