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Krebserkrankungen

Kopf- und Hals-Tumore

Weiterführende Informationen:

  Über Kopf- und Hals-Tumore
  Tumoreinteilung
  Lebensweise
  Stadieneinteilung und Lokalisation
  Therapie

 

 


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Über Kopf- und Hals-Tumore

Kopf und Hals Tumore stehen weltweit in der Häufigkeit der Krebserkrankungen an sechster Stelle und machen etwa 6% aller bösartigen Neubildungen aus. Dabei bestehen erhebliche geographische Unterschiede; so machen die Kopf und Hals Tumore in Südasien 20% aller Krebserkrankungen aus. Das männliche Geschlecht ist im europäischen Raum mit einer Inzidenz von 5,5 % gegenüber 0,7 % bei Frauen deutlich häufiger betroffen; leider nimmt aber auch bei dieser Krebsart die Anzahl der betroffenen Frauen zu, was am ehesten – entsprechend dem Lungenkrebs- an der geänderten Lebensweise liegt. Der Altersgipfel der Erkrankung liegt bei ca. 60 Jahren.

 

 

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Tumoreinteilung

Unter Kopf und Hals Tumoren werden im engeren Sinn Tumoren des Rachens (lat.: Pharynx), des Kehlkopfes (lat.: Larynx), der Lippe und der Mundhöhle aufgefasst, die aus der sich dort befindenden Schleimhaut, dem Plattenepithel, hervorgehen. Tumoren der Speicheldrüsen und die Tumore der Nasen- und Kieferhöhlen sind in Europa seltener und werden aufgrund ihrer unterschiedlichen Ätiologie (Entstehungsgeschichte), Histologie (feingeweblicher Aufbau) und Therapie oft innerhalb der Kopf und Hals Tumore gesondert behandelt. Tumoren der Schilddrüse werden, obwohl sie anatomisch zum Hals gehören, nicht wie die übrigen Tumore von den Hals-Nasen-Ohren-Ärzten und Strahlentherapeuten behandelt, sondern von Chirurgen, Internisten und Nuklearmedizinern in der Endokrinologie, so daß auch ihnen eine gesonderte Stellung zukommt.

 

 

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Lebensweise

Ätiologisch spielen bei den Tumoren des Kopf und Hals-Bereichs der Tabakrauch, der Alkoholkonsum und die Mundhygiene eine wesentliche Rolle. Besonders in Südasien und Afrika kommt auch Virusinfektionen eine wesentliche Bedeutung zu. Durch ständige jahrelange Reizung und Infektion der Schleimhaut im Mund- und Rachenraum durch Tabakrauch und Alkohol können sich über Zwischenstufen die bösartigen Tumore entwickeln. Der meist jahrzehntelange Konsum von Tabak und Alkohol führt auch dazu, daß viele Patienten neben der Tumorerkrankung mit weiteren durch den Tabak- und Alkoholkonsum bedingten internistischen Erkrankungen, wie die koronare Herzerkrankung, chronische Bronchitis und Leberzirrhose, belastet sind.

Sehr oft suchen die betroffenen Patienten den Arzt erst in einem späten Stadium auf, da die Tumore bei ungünstiger Lage im Rachenraum erst sehr spät Beschwerden machen.

 

 

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Stadieneinteilung und Lokalisation

Kopf und Hals Tumore metastasieren (streuen) zunächst in die regionalen Lymphdrüsen und erst sehr spät über die Blutbahn in weiter entfernte Organe, wie Lunge oder Knochen.

Die Einteilung der Tumore erfolgt nach internationalen Kriterien und es wird eine generelle Unterteilung zwischen den Stadien I/II (lokal begrenzt) und III/IV (fortgeschritten) vorgenommen, da sich hierdurch eine wesentliche prognostische und therapeutische Bedeutung ergibt.

Die Therapieerfolge sind auch abhängig von der Lokalisation des Tumors. Die beste Prognose haben Tumore des Kehlkopfes, dann folgen Tumore des Mundbodens. Die schlechteste Prognose haben Tumore des Rachens, da diese häufig erst in einem fortgeschrittenen Stadium diagnostiziert werden.

Der Lymphknotenstatus zum Zeitpunkt der Diagnose ist einer der wesentlichen prognostischen Faktoren. Fernmetastasen sind selten und treten dann v.a. in der Lunge, selten in Knochen und Haut auf.

 

 

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Therapie

Die chirurgische und/oder die strahlentherapeutische Behandlung stehen bei Kopf und Hals Tumoren im Vordergrund. Die Chemotherapie kommt standardmäßig erst bei Vorliegen von Fernmetastasen zum Einsatz.

Der Tumor wird, wenn immer möglich, chirurgisch im Ganzen unter Einhaltung eines Sicherheitsabstandes entfernt. Bei suspekten Lymphknoten erfolgt zusätzlich die Ausräumung der Hals-Lymphknoten. Oft wird der Patient im Anschluß an die Operation nachbestrahlt, um den Therapieerfolg zu erhöhen.

Ist der Tumor nicht operabel, kommt primär die Strahlentherapie zum Einsatz, an die sich eventuell eine Operation anschließen kann.

Die Gesamtbestrahlungsdosis wird dabei in täglichen Fraktionen aufgeteilt verabreicht, so daß die Strahlentherapie meist ca. 6-7 Wochen dauert.

Die akuten Nebenwirkungen der Strahlentherapie sind v.a. Hautrötung, Abschuppung und Schleimhautentzündungen. Durch eine Schädigung der Speicheldrüse, kann es auch ein bis zwei Jahre nach der Strahlentherapie zu einer sehr störenden Mundtrockenheit kommen.

Liegen zum Zeitpunkt der Diagnose Fernmetastasen vor, werden die Patienten im Regelfall mit alleiniger Chemotherapie behandelt, wobei zumeist eine Monotherapie angewandt wird.

>Neuere Behandlungskonzepte setzen veränderte Bestrahlungsschemata und die Kombination der Strahlentherapie mit einer Chemotherapie, die sog. Radiochemotherapie, ein, um die Behandlungsergebnisse bei fortgeschrittenen, nicht operablen Kopf und Hals Tumoren, die keine Fernmetastasen aufweisen, zu verbessern.

Bei der simultanen Radiochemotherapie wird gleichzeitig zur Strahlentherapie eine Chemotherapie verabreicht, die neben der Therapie von kleinsten (sog. Mikro-) Metastasen auch die Wirksamkeit der Strahlentherapie am Tumor erhöht.

 

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