|
Sie befinden sich hier:
|
|
| Fachbereich Diagnostik | |||
| Bakteriologie Mycoplasmenserologie
Mycoplasmen sind zellwandlose Bakterien (Klasse Mollicutes = Weichhäutige, Ordnung Mycoplasmatales) mit einem besonders kleinen Genom. Sie zeichnen sich durch ihre geringe Größe (300 - 800 nm) und die Fähigkeit zu extremen Formveränderungen (Pleomorphie) aus. Bisher sind über 100 Arten der Ordnung Mycoplasmatales bekannt. Die Mehrzahl davon kommt ausschließlich bei Tieren vor. Beim Menschen sind unterdessen 14 Arten isoliert worden, die die Schleimhaut des Respirations- und Urogenitaltrakts besiedeln. Nur wenige Vertreter davon sind pathogen. Zu den humanpathogenen Arten zählt Mycoplasma pneumoniae. Von M. pneumoniae sind zwei Varianten bekannt, die sich im P1-Adhäsin unterscheiden. M. pneumoniae parasitiert extrazellulär auf der Schleimhaut des Respirationstrakts. Der Erreger zeichnet sich durch seine hohe Wirtsspezifität aus. Für das Anheften des Erregers an die Oberfläche der Wirtszelle ist ein spezifisches Adhäsin verantwortlich. Dieses Adhäsin stellt gleichzeitig den Virulenzfaktor dar, gegen den die entscheidende humorale Antwort gerichtet ist. Die Übertragung von M. pneumoniae tritt endemisch und saisonal gehäuft im Frühjahr und Herbst auf. Epidemien in Abständen von 3 - 4 Jahren sind nicht ungewöhnlich. M. pneumoniae-Infektionen gehören zu den häufigsten Ursachen von nichtnosokomial erworbenen Tracheobronchitiden und atypischen Pneumonien im Kindesalter und bei Jugendlichen. Die höchste Inzidenz liegt zwischen dem 5. und dem 15. Lebensjahr. Eine durchlaufene M. pneumoniae-Infektion zieht keine Immunität gegen diesen Erreger nach sich. Daher werden häufig Reinfektionen beobachtet. Die Infektion verläuft bei Kindern unter 5 Jahren vorwiegend asymptomatisch. Die Erkrankung nimmt hier einen leichten Verlauf. Dagegen geht die Infektion bei älteren Kindern sowie Jugendlichen und Erwachsenen mit einer deutlichen Symptomatik einher. Die Symptome wie Abgeschlagenheit, Kopfschmerz, Fieber und nicht produktiver, trockener Husten sind jedoch sehr unspezifisch und lassen nicht auf den Infektionserreger schließen. Eine effiziente Diagnostik ist hier angezeigt. In der Akutphase der Erkrankung ist der Erregernachweis die Methode der Wahl. Der Erregernachweis wird aus Rachenabstrichen, Sputen und Bronchoalveolären Lavagen (BAL) durchgeführt. Der klassische Erregernachweis für M. pneumoniae über die Zellkultur ist sehr zeitintensiv (10 - 14 Tage). Dennoch kann mit einer erfolgreichen Isolierung des Keims nur in 40 – 60 % der Fälle gerechnet werden. Für einen Antigen-ELISA wird ein sehr zellreiches Material vorausgesetzt, da die Sensitivität des Tests relativ gering ist. Qualitativ hochwertige kommerzielle DNA - Nachweise für diesen Erreger fehlen bisher. Die Serologie stellt die Methode der Wahl bei chronischen Krankheitsverläufen, Reinfektionen und extrapulmonalen Erkrankungen durch M. pneumoniae dar. Als kommerzielle Nachweissysteme stehen Komplementbindungsreaktion (KBR), Hämagglutinationstest (HAT) und Enzymimmunoassay (ELISA) zur Verfügung. Die ELISA-Techniken erlauben im Gegensatz zur KBR und zum HAT eine Differenzierung in die Immunglobulinklassen IgG, IgA, IgM, wodurch akute Infektionen von zurückliegenden Infektionen abgegrenzt werden können. medac bietet für die Mycoplasma pneumoniae-Serologie automatengängige IgM-, IgA- und IgG-ELISA an. Der Mycoplasma pneumoniae-IgM-ELISA medac verwendet für den serologischen Nachweis ein natives, aufgereinigtes Antigen. Die Ergebnisse werden semiquantitativ als Cut-off-Indizes angegeben. Im Gegensatz dazu wird in den Mycoplasma pneumoniae-IgG- und IgA-ELISAsmedac ein rekombinantes Antigengemisch eingesetzt. Die Auswertung der Ergebnisse erfolgt hier mit Hilfe der leicht programmierbaren und softwaregestützten medac-Einpunktquantifizierung. Die Ergebnisse werden als arbiträre Einheiten (AU/ml)angegeben.
Borrelia burgdorferi sensu lato ist ein zur Ordnung der Spirochaetales gehörendes Bakterium. Von den zehn bekannten Genospezies wurden für Europa bisher vier als sicher humanpathogen beschrieben (B. burgdorferi sensu stricto, B. garinii, B. afzelii, B. spielmanii). Borrelien werden durch die Blutmahlzeit infizierter Zecken auf den Menschen übertragen und können das multisystemische Krankheitsbild der Lyme Borreliose auslösen. Die Anzahl der jährlichen Neuerkrankungen ist regional und klimabedingt unterschiedlich. Für Deutschland werden 25 bis >100 Fälle/100.000 Einwohner geschätzt. Das Risiko einer Infektion nach Zeckenkontakt liegt in Deutschland bei ca. 2 - 3 %. Die Seroprävalenz wird abhängig von Alter, Wohnort und Exposition mit 5 - 25 % angegeben. Die Lyme Borreliose wird in erster Linie klinisch diagnostiziert. Kriterien wie gesicherter Zeckenkontakt und typische Symptomatik in Abhängigkeit vom Stadium der Erkrankung und von den betroffenen Organen (Haut, Nervensystem, Gelenke) sind entscheidende Faktoren für die Diagnosestellung und für die Interpretation von Laborergebnissen. Für die Absicherung der Diagnose wird eine serologische Stufendiagnostik gemäß den Qualitätsstandards zur mikrobiologischen Diagnostik der Lyme Borreliose (MiQ 12) der Deutschen Gesellschaft für Hygiene und Mikrobiologie empfohlen. Als erster Schritt (Screening-Methode) erfolgt die Bestimmung von IgM- und IgG-Antikörpern mit Enzymimmunoassays, die eine hohe Sensitivität und Spezifität haben sollten. Bei positiven oder grenzwertigen IgM- und/oder IgG-Ergebnissen erfolgt in einem zweiten Schritt eine Bestätigungsdiagnostik mittels Immunoblots auf der Basis rekombinanter Proteine. Die Bestimmungsraten für Serum-Antikörper liegen bei 20-50 % für das Stadium I (Erythema migrans), bei 70-90 % für das Stadium II (Neuroborreliose) und bei nahezu 100 % für das Stadium III (Acrodermatitis, Lyme Arthritis) der Erkrankung. Ein negatives serologisches Ergebnis in einem frühen Infektionsstadium schließt somit eine Erkrankung nicht aus. Bei begründetem Verdacht auf eine Borreliose sollten in diesen Fällen serologische Verlaufs- kontrollen durchgeführt werden. Wesentliches Kriterium für eine akute Neuroborreliose ist ein entzündlich veränderter Liquor. Darüber hinaus dient die Bestimmung einer intrathekalen Antikörpersynthese als differentialdiagnostischer Indikator einer Neuroborreliose. Dies erfolgt über die Ermittlung eines Borrelia-spezifischen Antikörperindex (AI) in Serum-Liquor-Paaren. Sowohl Borrelien-IgG- als auch -IgM-Antikörper können nach erfolgreicher Therapie noch längere Zeit persistieren. medac bietet für die Borrelienserologie automatengängige IgM- und IgG-ELISA an. Die Borrelia-ELISA medac basieren auf hochkonservierten VlsE- und OspC-abgeleiteten Peptiden und ermöglichen in Kombination einen hochsensitiven, Borrelia-spezifischen, Genospezies-unabhängigen Antikörpernachweis im Rahmen des serologischen Screenings. Bei beiden Borrelia-ELISA medac wurde das Prinzip der Einpunktquantifizierung umgesetzt. Die Teskits sind sowohl für Antikörperbestimmungen im Serum als auch in Serum-Liquor-Paaren evaluiert und ermöglichen die gleichzeitige Abarbeitung von Seren und Liquores ohne zusätzliche Standardkurven. |
![]()
|
||
|