Tumorbedingter Knochenabbau

Was ist der tumorbedingte Knochenabbau?

Der Knochen ist ein lebendes Organ. Er besteht aus einer Vielzahl von Zellen: Damit der Knochen seine Funktion erfüllen kann, muss er ständig mit Nährstoffen versorgt werden. Er unterliegt einem ständigen Auf- und Abbau. Normalerweise wird immer so viel Knochensubstanz aufgebaut wie zuvor abgebaut worden ist. Es gibt jedoch Krankheiten, die dieses Gleichgewicht stören können.

Der tumorbedingte Knochenabbau zählt zu den Komplikationen, die durch Knochenmetastasen hervorgerufen werden. Der Knochen wird zerstört. Aus dem Knochengewebe wird vermehrt und unkontrolliert Kalzium freigesetzt. Das Kalzium gelangt ins Blut und lässt den Kalziumspiegel des Blutes über das normale Maß ansteigen. Aus den Knochen oder auch dem Darm strömt mehr Kalzium in die Niere, als diese ausscheiden kann. Bei vielen Patienten mit einem bösartigen Tumor kommt es zu einer Hyperkalzämie. 

Welche Ursachen und Risiken gibt es für die Entstehung vom tumorbedingten Knochenabbau?

Ein krankhaft gesteigerter Knochenabbau liegt bei Knochenmetastasen bösartiger Tumoren vor. Ein übersteigerter Knochenabbau verursacht meist erhebliche Knochenschmerzen und führt nicht selten zu Spontanbrüchen.

Bei unzureichender Behandlung kann die Erhöhung des Kalziumwertes im Blut zu lebensbedrohlichen Zuständen führen. Das Hyperkalzämiesyndrom bringt Beschwerden im Wasserhaushalt und Magen-Darm-Trakt, in der Psyche, im Zentralen Nervensystem sowie im Herz mit sich.

Welche Rolle spielt die Lebensweise beim tumorbedingten Knochenabbau?

Zur gesunden Lebensführung gehören regelmäßige Bewegung und Sport, Ruhe und Entspannung, eine gesunde und ausgewogene Ernährung und der Verzicht auf Nikotin.

Wie wird die Diagnostik beim tumorbedingten Knochenabbau durchgeführt?

Sobald bei der Blutuntersuchung eines Tumorpatienten ein erhöhter Kalziumgehalt festgestellt wird, ist die passende Therapie einzuleiten. Diese steht in Abhängigkeit mit der Höhe des Kalziums im Blut.

Wie wird der tumorbedingte Knochenabbau behandelt?

Die Ursache der Hyperkalzämie steht für die richtige Therapie im Vordergrund. Bei Patienten mit einer milden Hyperkalzämie und ohne Beschwerden genügt es, die Trinkmenge von kalziumarmem Wasser zu erhöhen. So kann der Körper das Kalzium mithilfe der gesteigerten Harnmenge leichter ausscheiden.

Ist die Ursache für die Hyperkalzämie ein Tumor, wird zunächst der Tumor behandelt. Bis dahin ist die Senkung des Kalziumspiegels notwendig.

Die Behandlung ist von der Höhe des Kalziumspiegels und der Beschwerden des Patienten abhängig. Leidet der Patient unter Übelkeit, Erbrechen, vermehrtem Durstgefühl und Harndrang, Herzrhythmusstörungen oder auch psychischen Störungen, ist eine Therapie notwendig. Dabei wird der Kalziumspiegel gesenkt und ein weiteres Ansteigen vermieden.

Individuell kommen neben physiologischen Kochsalzinfusionen oder harntreibenden Mitteln auch Medikamente zum Einsatz: Glukokortikoide, Calzitonin sowie Bisphosphonate.