Erektile Dysfunktion

Was ist eine Erektionsstörung – die sogenannte Erektile Dysfunktion?

Die erektile Dysfunktion ist eine Sexualstörung des Mannes, bei der über einen Zeitraum von mindestens sechs Monaten keine Erektion erreicht oder aufrecht erhalten werden kann.

In jedem Lebensalter kann die erektile Dysfunktion auftreten, die Häufigkeit nimmt jedoch mit dem Alter zu. Während nur etwa 20 Prozent der 40- bis 49-jähigen Männer betroffen sind, sind es bereits circa 50 Prozent der Männer über 70 Jahre.

Die Erektile Dysfunktion ist eine schwerwiegende Erkrankung, die meist organische Ursachen hat. Ist die Ursache eine Durchblutungsstörung, kann die erektile Dysfunktion sogar ein Warnsignal für einen möglichen bevorstehenden Herzinfarkt sein. Treten zeitgleich nächtliche Spontanerektionen auf, können psychische Gründe wie Stress ein Auslöser sein.

Eine umfassende Diagnostik bei Patienten mit Erektionsstörungen ist daher höchst sinnvoll und sollte unbedingt vorgenommen werden.

Welche Ursachen und Risiken gibt es für die Entstehung einer Erektilen Dysfunktion?

Die möglichen Ursachen für die Entstehung einer erektilen Dysfunktion sind vielfältig: Häufig liegen organische Grunderkrankungen vor, es können unter anderem auch seelische Grunderkrankungen, Ursachen im Nervensystem oder auch anatomische Fehlbildungen vorliegen.

Zu den häufigsten organischen Grunderkrankungen zählen die Zuckerkrankheit (Diabetes Mellitus) und eine Erkrankung der Herzkranzgefäße. Beim Diabetes Mellitus kommt es am Schwellkörper zu Schäden in den Gefäßen und Nerven, bei  koronaren Herzerkrankungen liegen meist Durchblutungsstörungen vor. Eine längerfristige Erektionsstörung kann sogar ein Warnsignal für eine Herzerkrankung sein, da es etwa 2 Jahre vor einem Herzinfarkt zu einer erektilen Dysfunktion kommen kann.

Nach einer chirurgischen Entfernung der Prostata sind 20 bis 80 Prozent der Männer von einer Erektilen Dysfunktion betroffen. Ebenso betroffen sind Patienten mit Erkrankungen im Nervensystem wie Morbus Alzheimer, Morbus Parkinson, multipler Sklerose, Hormonstörungen oder Störungen im Nervensystem durch Alkoholmissbrauch.

Eine weitere häufige Ursache ist auch die Einnahme von Medikamenten wie Antihypertensiva, Antiandrogene, Sedativa, Neuroleptika oder Antiepileptiker. All diese Medikamente können als unerwünschte Nebenwirkung eine erektile Dysfunktion verursachen.

Bei jüngeren Patienten ist die erektile Dysfunktion in bis zu 30 Prozent der Fälle psychisch bedingt – etwa aufgrund einer Depression, Angststörung oder Psychose.

Welche Rolle spielt die Lebensweise bei einer Erektilen Dysfunktion?

Der Lebensstil spielt eine wichtige Rolle. Wer besonders gesund lebt, ist einem geringeren Risiko ausgesetzt, an einer erektilen Dysfunktion zu erkranken. Ärzte raten zu einer gesunden Lebensweise, die generell als vorbeugend gegen eine Vielzahl an Erkrankungen gilt.

Hierbei ist vor allem eine ausgewogene Ernährung wichtig. Sie sollte nicht zu fettreich und auch nicht zu reichhaltig an Fleisch sein. Vor allem der Verzehr von Obst und Gemüse ist empfehlenswert. Zusätzlich sind Ballaststoffe gut. Mit einer solchen Ernährung lässt sich einer Erkrankung an Diabetes mellitus (Typ 2) vorbeugen, was wiederum das Risiko einer erektilen Dysfunktion verringert.

Dasselbe gilt für Übergewicht.  Auch hierbei ist eine ausgewogene Ernährung sowie Sport hilfreich. Körperliche Aktivität stärkt außerdem das Herz-Kreislauf-System. Alkohol und Tabak zählen bei Erektionsstörung zu eindeutigen Risikofaktoren. Es empfiehlt sich ein verantwortungsbewusster Konsum.

Da Erektionsstörungen auch psychische Ursachen haben können, sollten auch Belastungen in diesem Bereich gemieden werden. Als vorbeugend gilt der Abbau von Stress: Stress kann die erektile Dysfunktion begünstigen. Dies gilt insbesondere für sexuellen Leistungsdruck.

Wie wird die Diagnostik bei einer erektilen Dysfunktion durchgeführt?

Der Arzt klärt im Gespräch mit dem Patienten, wie die sexuellen Probleme genau aussehen und seit wann sie bestehen.

Es folgt eine klinische Untersuchung zur Fortpflanzungsfunktion und Störung mit Laborbefunden. Hierbei werden der hormonelle Status und der Blutzuckerspiegel untersucht.

Eine Ultraschalluntersuchung sowie Messungen und Aufzeichnungen der nächtlichen Erektionen gehören gleichermaßen zur Diagnostik. Im Fall einer Potenzstörung kann so geprüft werden, ob eine seelische oder körperliche Ursache für die erektile Dysfunktion beim Patienten vorliegt.

Wie wird die Erektile Dysfunktion behandelt?

Ist der Befund nicht schwerwiegend und liegt keine Gegenanzeige (Kontraindikation) vor, kann dem Patienten mit einem gängigen  Wirkstoff geholfen werden. Hierbei wird der Bluteinstrom in den Penis durch die Erweiterung der Blutgefäße gesteigert und somit die Erektionsfähigkeit verbessert. Dieser Wirkstoff wird als PDE 5-Hemmer abgekürzt und steht für Phosphodiesterase 5-Inhibitoren.

Liegt eine Gegenanzeige für die PDE 5-Hemmer vor oder bleibt der gewünschte Therapieerfolg aus, verordnet der behandelnde Arzt eine lokale medikamentöse Therapie. Es können vasoaktive Substanzen über die Harnröhre oder über eine Spritze verabreicht werden, die den Gefäßtonus positiv beeinflussen.

Wirken auch diese Therapieoptionen nicht oder liegen Gegenanzeigen vor, können Vakuum-Erektionshilfen in Kombination mit Erektionsringen eingesetzt werden. Der durch das Vakuum entstandene Unterdruck führt zu einem verstärkten Blutzufluss in den Schwellkörper und damit zu einer Erektion. Ist der Penis ausreichend erigiert, wird zuerst an der Peniswurzel ein Gummiring übergestreift, der einen Blutabfluss verhindert, und dann der Zylinder entfernt. Nach dem Geschlechtsverkehr wird der Gummiring wieder abgenommen und der Penis erschlafft.

Als letzte Therapieoption steht das operative Einsetzen von Schwellkörperimplantaten zur Verfügung.