Psoriasis-Arthritis

Was ist eine chronische Entzündung der Gelenke, eine sogenannte Arthritis psoriatica?

Bei der Psoriasis-Arthritis handelt es sich um eine chronische Entzündung mehrerer Gelenke. Gleichzeitig sind Haut und/oder Nägel betroffen, manchmal auch die Augen. Der Hautbefall zeigt sich in der Regel vor dem Gelenkbefall. Am häufigsten sind die Gelenke der Hände und Füße oder die Wirbelsäule betroffen.

Die Psoriasis-Arthritis beginnt oft schleichend und ist mit schmerzhaften Gelenkschwellungen, Rötungen und Bewegungseinschränkungen verbunden. Im Gegensatz zur rheumatoiden Arthritis sind die Gelenke meistens ungleichmäßig befallen. Liegt ein schwerer Krankheitsverlauf vor, kann es zu einer Zerstörung der Gelenke und Wirbel kommen, besonders bei Finger- und Zehengelenken.

Bei einer Psoriasis-Arthritis hat der Patient über einen langen Zeitraum nur wenig Schmerzen in den entzündeten Gelenken. Somit kann unbemerkt ein erheblicher Umbau mit dauerhafter Zerstörung der Gelenke eintreten.

Die Haut- und Nagelveränderungen einer Psoriasis-Arthritis werden im Kapitel über die Psoriasis vulgaris mit Therapiemöglichkeiten beschrieben.

Eine Psoriasis-Arthritis entwickelt sich bei 5-30% der Psoriasis-Erkrankten. Die Erkrankung kann in jedem Lebensalter auftreten, jedoch häufiger zwischen dem 20. und 40. Lebensjahr.

Welche Ursachen und Risiken gibt es für die Entstehung einer chronischen Gelenkentzündung – Arthritis psoriatica?

Die Psoriasis-Arthritis entsteht durch eine Fehlsteuerung unseres Immunsystems. Dieses Abwehrsystem hat die Aufgabe, gefährliche Krankheitserreger, Fremd- und Schadstoffe zu erkennen und gezielt zu zerstören.

Körpereigene Substanzen und umliegendes Gewebe werden von Zellen des Immunsystems normalerweise erkannt und toleriert. Ist die Zell-Zell-Kommunikation jedoch gestört, beginnt das Immunsystem selbst, auch körpereigenes Gewebe zu zerstören.

Psoriasis-Arthritis ist keine Erbkrankheit. Allerdings sind bestimmte Gene bekannt, die eine Anlage für Psoriasis-Arthritis beinhalten. Treffen bestimmte körperliche- oder Umweltfaktoren im Körper auf eine vererbte Anlage, kann die Psoriasis oder Psoriasis-Arthritis entstehen.

Welche Rolle spielt die Lebensweise bei einer chronischen Gelenkentzündung – Arthritis psoriatica?

Noch sind nicht alle möglichen Faktoren genau identifiziert, man weiß aber, dass Stress, physische oder psychische Traumata sowie Infektionen mit Streptokokken eine Psoriasis bzw. Psoriasis-Arthritis auslösen oder verschlimmern können.

Für jeden Patienten ist es sinnvoll, Methoden zu finden, wie sich Stresssituationen vermeiden bzw. bewältigen lassen.

Patienten mit Psoriasis-Arthritis müssen keine spezielle Diät halten. Manche Patienten berichten, dass einzelne Lebens- und Genussmittel einen Schub verstärken oder sogar auslösen: Alkohol und Nikotin zum Beispiel. Empfehlenswert ist eine ausgewogene, nicht zu kalorienreiche Mischkost.

Wie wird die Diagnostik bei der chronischen Gelenkentzündung – Arthritis psoriatica durchgeführt?

Zu Beginn der Erkrankung ist eine Psoriasis-Arthritis oft schwierig zu diagnostizieren. Häufig sind nur einzelne Gelenke entzündet, ein typisches Befallmuster an Finger- und Zehengelenken fehlt bei vielen Patienten. Zwischen den einzelnen Krankheitsschüben gibt es beschwerdefreie Phasen, die eine Diagnosestellung ebenfalls erschweren. Hier kann nur abgewartet und der weitere Krankheitsverlauf genau beobachtet werden.

Häufig vergeht eine gewisse Zeit, bis die Diagnose einer Psoriasis-Arthritis gesichert ist. Der Facharzt für Rheumatologie ist der richtige Ansprechpartner. Er kann die entzündeten Gelenke fachgerecht beurteilen.

Verschiedene Verfahren stehen für die Diagnostik zur Verfügung

Laboruntersuchungen des Blutes veranlassen

Röntgenuntersuchungen

Entsprechend der Diagnose legt der Arzt die  individuell geeignete Therapie fest.

Wie wird die chronische Gelenkentzündung – Arthritis psoriatica behandelt?

Krankheitsbedingte Entzündungen an Gelenken, Knochen und Bändern sind zu reduzieren und Schmerzen zu lindern.

Es ist wichtig, eine fortschreitende Zerstörung der körpereigenen Strukturen aufzuhalten, um die ursprüngliche Stabilität und Funktion der Gelenke zu erhalten und dauerhafte Veränderungen zu verhindern.

Folgende Therapieverfahren stehen zur Verfügung

Medikamente

Krankengymnastik

Operation

Gelenkersatz

Bei Schmerzen und entzündlichen Gelenkreaktionen verordnet der Arzt zunächst rasch wirksame Medikamente, sogenannte nichtsteroidale Antirheumatika - in angepasster Dosierung. Im akuten Erkrankungsschub sind zusätzlich entzündungshemmende kortisonhaltige Medikamente angebracht, die als Tabletten eingenommen werden. Sind einzelne Gelenke stark entzündet, verabreicht der Arzt auch kortisonhaltige Spritzen, die er direkt in die Gelenkkapsel injiziert. Die nächste Stufe der medikamentösen Behandlung ist eine Langzeittherapie mit Antirheumatika.

Sollte mittels medikamentöser Therapie keine zufriedenstellende Besserung an den Gelenken eintreten, sind operative Maßnahmen und ein Gelenkersatz zu erwägen. Zur Erhaltung der Beweglichkeit sind ergänzend gezielte krankengymnastische Übungen wichtig.

Zunehmende therapeutische Bedeutung haben auch nicht-medikamentöse Maßnahmen, wie der Erfahrungsaustausch in Selbsthilfegruppen oder die Teilnahme an Patientenschulungen

Links zum Thema chronische Gelenkentzündung – Arthritis psoriatica

Selbsthilfegruppen:

www.rheuma-liga.de (Informationen zur Psoriasis Arthritis)

www.psoriasis-bund.de

www.psoriasis-selbsthilfe.org

www.psoriasis-kids.de

www.pso-und-haut.de

weitere Informationen zur Psoriasis:

www.psoaktuell.com

www.psoriasis-netz.de

www.psoriasis-experten.de

www.special-psoriasis.de