Hautkrebs - Melanom

Was ist das sogenannte Melanom?

Unter dem Begriff Hautkrebs werden verschiedene Krebserkrankungen der Haut zusammengefasst, die in vielfältigen Erscheinungsformen auftreten. Unterschieden werden der sogenannte helle Hautkrebs und der schwarze Hautkrebs - das malignes Melanom.

Seit einigen Jahrzehnten tritt immer häufiger Hautkrebs auf: Weltweit werden jedes Jahr zwei bis drei Millionen neue Fälle von hellem Hautkrebs sowie mehr als 130.000 neue Fälle des malignen Melanoms diagnostiziert. Besonders betroffen sind hellhäutige Bevölkerungsgruppen, die sich oft der Sonneneinstrahlung aussetzen.

Mit der Bräunung versucht die Haut, sich vor der Einstrahlungsstärke zu schützen. Dies gelingt nicht immer. Die Folge können schmerzhafte Sonnenbrände sein. Schlimmer sind die Langzeitfolgen. Rein oberflächlich erholt sich die Haut nach einem Sonnenbrand recht schnell. Tief in der Haut hat sich das zu extreme Sonnenbad aber unwiderruflich eingebrannt: Ähnlich wie bei radioaktiver Strahlung verursacht die UV-Strahlung Schäden an der Erbsubstanz (DNS). Diese Schädigungen können den Ausgangspunkt für eine unkontrollierte Vermehrung von fehlprogrammierten Körperzellen darstellen. Diese fehlprogrammierten Körperzellen können zu Krebs führen.

Das maligne Melanom ist ein bösartiger Tumor, der durch eine Veränderung - die sogenannte Mutation - der pigmentbildenden Zellen entstehen kann. Es kommt zunächst zu einer vermehrten Zellteilung, in der sich die Zellen immer weniger differenzieren.  Aus einer solchen Zellvermehrung entwickelt sich ein bösartiger Tumor, der schnell streut.

Wird das Melanoms früh erkannt, bestehen grundsätzlich für alle Arten hohe Heilungschancen. Bei einer Metastasierung sind die Heilungsraten äußerst gering.

Welche Ursachen und Risiken gibt es für die Entstehung vom Melanom?

Seit Jahren nehmen die Hautkrebserkrankungen stark zu. Die Menschen muten der Haut zu viel UV-Strahlung zu. Mit dem Hintergrundwissen über Sonnenstrahlung, Sonnenschutz und den richtigen Umgang mit UV-Licht ist es trotzdem möglich, die Sonne geschützt zu genießen.

Folgende Bevölkerungsgruppen haben ein naturgegebenes erhöhtes Risiko:

  • viele Muttermale
  • blondes oder rotes Haar, blaue Augen, Sommersprossen
  • erbliche Veranlagung (familiär gehäuftes Auftreten von Melanomen)

Zusätzliche äußere Risikofaktoren sind:

  • Intensives wiederholtes Sonnenbaden
  • 5 und mehr schmerzhafte Sonnenbrände vor dem 15. Lebensjahr
  • Besuch von Bräunungsstudios (Solarien)

Welche Rolle spielt die Lebensweise für das Melanom?

Um Hautkrebs zu vermeiden, ist der zur Sonneneinstrahlung passende Lichtschutzfaktor zu verwenden. Sonnenbaden ohne UV-Schutz ist zu vermeiden.

Besonders Kinderhaut ist so empfindlich, dass zusätzlich UV-Schutz-Kleidung von Ärzten angeraten wird.

Wie wird die Diagnostik beim Melanom durchgeführt?

Im Rahmen des gesetzlichen Hautkrebsscreenings ab dem 35. Lebensjahr kann man vom Arzt alle zwei Jahre die Haut und alle Leberflecken begutachten lassen.

Bei regelmäßigen Selbstuntersuchungen der eigenen Haut kann man frühzeitig entdecken, wo neue Hautveränderungen aufgetreten und vorhandene Leberflecken gewachsen sind.

 Zur optischen Früherkennung ist die ABCDE-Regel hilfreich:

  • Asymmetrie des Aufbaus
  • Begrenzung unregelmäßig
  • Colorit (Farbe) ungleichmäßig
  • Durchmesser größer als 5 mm
  • Elevation, Stufenbildung randwärts

Zusätzlich Veränderungen sollten ärztlich abgeklärt werden:

  • Größenzunahme
  • Formveränderung vorhandener Leberflecken
  • Juckreiz
  • Blutung aus einem Mal

Wie wird das Melanom behandelt?

Die rechtzeitige Entfernung des Melanoms ist für die Heilung entscheidend. Welche Behandlungsform im jeweiligen Fall am besten geeignet ist, hängt von verschiedenen Faktoren ab und muss im gemeinsamen Gespräch zwischen Arzt und Patient entschieden werden.

Unterschiedliche Therapieformen stehen für das Melanom zur Verfügung:

Operation

Ein malignes Melanom muss durch eine Operation vollständig entfernt werden. Die Größe der notwendigen Operation richtet sich nach der feingeweblich bestimmten Dicke des Tumors.

Ist der Tumor mehr als einen Millimeter dick, sollte zusätzlich im Lymphabfluss der betroffenen Hautregion erstgelegene Lymphknoten operativ entfernt und untersucht werden. Diese Untersuchung ermöglicht eine bessere Vorhersage des Krankheitsverlaufs. Sind bereits Lymphknoten von Tumorzellen befallen, sollten die nahegelegenen Lymphknoten vollständig entfernt werden.

Adjuvante Therapie

In Deutschland wird bei Melanomen von mehr als 2 mm Eindringtiefe eine Immuntherapie empfohlen, die zusätzlich zur Operation durchgeführt wird. Der Wirkstoff regt das körpereigene Abwehrsystem an. Eventuell verbliebene, nicht sichtbare Tumorzellen werden bekämpft.

Behandlung bei Metastasen

Haben sich bereits Tochtergeschwülste in inneren Organen gebildet (z.B. Lunge, Knochen, Leber, Gehirn), können neben der Operation Strahlentherapie, Chemotherapie, Immuntherapie sowie kombinierte Chemo-Immuntherapie und auch die sogenannte „Targeted Therapy“ (zielgerichtete Behandlungen) angewendet werden.

Für die Chemotherapie stehen verschiedene Substanzen zur Verfügung. Eine Rückbildung der Metastasen kann erreicht werden, so dass sich die tumorbedingten Beschwerden lindern lassen.

Zusatzinformationen: Thema Hautkrebs – Melanom – Einteilung der Tumorarten und Tumorstadien

Die klinische Einteilung, wie sie in der täglichen Praxis jeweils erfolgt, bevor die feingeweblichen Daten bekannt sind, sieht drei Stadien vor, wobei Stadium I das ausschließliche Vorhandensein eines Primärtumors bezeichnet; bei Stadium II finden sich regionäre Lymphknotenmetastasen; Stadium III ist durch Aussaat von Tumorzellen auf dem Blutweg mit Fernmetastasen und insbesondere Organmetastasierung gekennzeichnet.

Stadieneinteilung nach dem TNM-System

Die Internationale Krebsgesellschaft (UICC International Union against Cancer) hat eine T (Tumor)-, N (Nodus, Lymphknoten)-, M (Metastase)-Klassifikation in einer überarbeiteten Version von 1987 vorgelegt, die die Stadien I-IV unterscheidet (Tabelle 3).

pTis wird als Abkürzung verwandt (is: in situ), wenn noch kein eigentlicher in die Tiefe vordringender Tumor vorhanden ist, in der Epidermis jedoch schon eine Melanozytenvermehrung mit atypischen Zellen begonnen hat und man von einem Melanoma in situ spricht. Nach einer anderen Namensgebung spricht man von Clark-Level I.

pT0 wird verwandt, wenn der Primärtumor nicht auffindbar ist.

Die einzelnen Kategorien der TNM-Klassifikation beschreiben den Primärtumor (pT) sowie seine lokale Ausdehnung.

Tabelle 3: Stadieneinteilung nach dem TNM-System

Primärtumor

LymphknotenbefallFernmetastase(n)

Stadium I

pT1

N0

M0

pT2

N0

M0

Stadium II

pT3

N0

M0

Stadium III

pT4

N0

M0

jedes pT

N1, N2

M0

Stadium IV

jedes pT

jedes N

M1

und seine Absiedlungen in Lymphknoten und in entfernte Regionen nach folgenden Kriterien:

1. Primärtumor (pT)

pT1 Tumor nicht dicker als 0,75 mm und Eindringen ins Stratum papilläre (Clark-Level [Tumorausdehnung] II)

pT2 Tumordicke von > 0,75 mm, aber nicht > 1,5 mm und/oder Eindringen bis zur Grenze zwischen Stratum papilläre und Stratum reticulare (Clark-Level III)

pT3a Tumordicke > 1,5 mm, aber nicht > 3,0 mm

b Tumordicke > 3,0mm, aber nicht > 4,0mm
Eindringen des Tumors ins Stratum reticulare (Clark-Level IV)

pT4a Tumordicke > 4,0 mm und/oder Eindringen in die Subcutis (Clark-Level V)

b Tumordicke > 4,0 mm und/oder Tumorabsiedlungen (Satelliten) im Abstand bis zu 2 cm vom Primärtumor

Bei Diskrepanzen zwischen Tumordicke und Level richtet sich die pT-Kategorie nach dem jeweils ungünstigsten Befund.

2. Lymphknoten (Nodus, N)

N0 keine regionären Lymphknotenmetastasen

N1 größte Ausdehnung einer Lymphknotenmetastase =< 3 cm in irgendeinem regionären Lymphknoten N2 größte Ausdehnung einer regionären Lymphknotenmetastase > 3 cm und/oder Absiedlung zwischen Primärtumor und nächster Lymphknotenstation > 3 cm

3. Fernmetastasen (Metastasen, M) (in inneren Organen, Gehirn, Knochen, Weichteilen)

M0 keine Fernmetastasen

M1 Fernmetastase(n) vorhanden

Bei Einteilung in die pT-Kategorien wird davon ausgegangen, dass die sog. kritischen Tumorlevel (0,75; 1,5; 3 und 4 mm) biologische Bereiche unterschiedlicher Prognose bzw. Überlebensraten markieren. Großangelegte statistische Untersuchungen haben jedoch gezeigt, dass die Beziehung zwischen Überlebensrate und Tumordicke linear proportional ist und keine »Sprünge« macht, so dass in Zukunft die oben angegebene TNM-Klassifikation revidiert werden sollte. Bis eine allgemein akzeptierte neue Version vorliegt, wird die hier dargestellte Fassung weiterhin verwandt.