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Fachbereich Urologie - Indikationen

Prostatakarzinom

 

 

Weiterführende Informationen:

Epidemiologie und Hauptrisikofaktoren
Diagnose
Einteilung
Therapie

 

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Epidemiologie und Hauptrisikofaktoren

Das Prostatakarzinom (PCA) ist mit ca. 58.000 Neuerkrankungen pro Jahr in Deutschland die zweithäufigste Tumorerkrankung des Mannes nach dem Bronchialkarzinom. Pro Jahr versterben etwa 11.000 Patienten an den Folgen ihres Prostatakarzinoms. Eine Besonderheit des Prostatakarzinoms ist der sog. latente Tumor, der als Zufallsbefund im Rahmen einer Autopsie festgestellt wird. Er wird bei rund 10% der 50jährigen und immerhin bei 59% der 80jährigen gefunden. Im Mittel ist bei 38% aller Verstorbenen mit einem latenten PCA zu rechnen. Wird ein PCA zufällig im Rahmen einer Operation wegen gutartiger Vergrößerung der Prostata gefunden, spricht man von einem inzidentellen Prostatakarzinom.

Die Ursachen und Auslöser des Prostatakarzinoms sind bis heute weitgehend unbekannt.

Sicher gibt es einen genetischen Faktor, der sich in der familiären Häufung des Prostatakarzinoms zeigt. Ein erhöhtes Risiko besteht außerdem bei Schwermetallexposition (Cadmium). Der Faktor Ernährung scheint ebenfalls eine gewisse Rolle, ähnlich wie bei der Genese des Kolonkarzinoms, insbesondere bei erhöhter Aufnahme tierischer Fette zu spielen. Vermutungen, dass die Sterilisation ebenfalls einen Einfluss haben könnte, haben sich nicht bestätigt.

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Diagnose

Es gibt kein typisches Prostatakarzinomsymptom. In frühen Tumorstadien zeigen sich häufig keinerlei Symptome. Die Vorsorgeuntersuchung ist daher für die Früherkennung besonders wichtig. Anlass zu einer abklärenden Untersuchung sollten Beschwerden beim Wasserlassen (Schmerzen, Brennen, Häufigkeit, Veränderungen des Harnstrahls, Blutbeimengungen) oder auch Rückenschmerzen sein.

Im Rahmen der Vorsorgeuntersuchung werden üblicherweise eine Abtastung der Prostata (DRU) und eine Bestimmung des postataspezifischen Antigens (PSA) erfolgen.

Auch zur Abklärung bei Verdacht sind diese Untersuchungen die Basis. Zur Sicherung der Diagnose erfolgt die transrektale Biopsie (Gewebeprobeentnahme durch den Enddarm), in der Regel in Kombination mit einer transrektalen Ultraschall-Untersuchung (TRUS). Bei Verdacht auf Knochenmetastasen oder zu deren Ausschluss wird eine Knochenszintigraphie durchgeführt.

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Einteilung

Wie andere Tumoren auch wird das Prostatakarzinom nach dem sogenannten TNM-System eingeteilt, wobei T für Tumor, N für Lymphknoten ("node") und M für Metastasen steht. Die Ausdehnung des Primärtumors wird mit den entsprechenden Großbuchstaben plus Zusatz und das Grading mit dem Großbuchstaben "G" und den Ziffern 1 – 3 klassifiziert (Tab. 1 + Abb.1).

Eine für das PCA wichtige weitere Einteilung nimmt der Pathologe anhand des Wachstumsmusters vor. Es ergibt sich daraus der sogenannte Gleason-Score mit Werten zwischen 2 und 10. Es besteht eine enge Korrelation des Gradingwertes und des Gleason-Scores, wobei gilt, je höher die Zahl, desto schlechter die Prognose.

 


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T - Primärtumor
TX Primärtumor kann nicht beurteilt werden
T0 Kein Anhalt für Primärtumor
T1 Klinisch inapparenter Tumor, nicht palpabel, in bildgebenden Verfahren nicht darstellbar
T1a Inzidenteller Tumor in 5% oder weniger des histologischen Resektionspräparates
T1b Inzidenteller Tumor in mehr als 5% des histologischen Resektionspräparates
T1c Durch Nadelbiopsie indentifizierter Tumor (durchgeführt z. B. wegen PSA-Erhöhung)
T2 Tumor auf die Prostata begrenzt
T2a Tumor befällt die Hälfte eines Lappen oder weniger
T2b Tumor befällt mehr als die Hälfte eines Lappens
T2c Tumor in beiden Lappen
T3 Tumor durchbricht die Prostatakapsel
Anmerkungen: Invasion in den Apex der Prostata oder in die Prostatakapsel ( aber nicht darüber hinaus) wird als T2 (nicht T3) klassifiziert
T3a Extrakapsuläre Ausbreitung (ein- und/oder beidseitig)
T3b Tumor infiltriert Samenblase(n)
T4 Tumor infiltriert benachbarte Strukturen (Blasenhals, Sphincter, externus Rektum, Levator-Muskulatur, Beckenwand)

N Regionäre Lymphknoten

NX

Regionäre LKs können nicht beurteilt werden

N0

Kein Anhalt für regionäre LKs

N1

Regionärer Lymphknotenbefall

M - Fernmetastasen

MX

Fernmetastasen können nicht beurteilt werden

M0

Kein Anhalt für Fernmetastasen

M1

Fernmetastasen

M1a

Extraregionärer Lymphknotenbefall

M1b

Knochenmetastasen

M1c

Andere Manifestation


( TNM 7. Auflage 2009 - deutsche Auflage 2010)

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Therapie

Grundsätzlich stehen die Operation, Bestrahlung, Hormontherapie, Chemotherapie und das beobachtende Abwarten zur Verfügung. Es würde den Rahmen dieses Beitrages sprengen, alle Formen zu besprechen. Wir beschränken uns daher auf das seitens der medac bearbeitete Feld der Hormon- und Chemotherapie.

Die Hormontherapie kommt dann zum Einsatz, wenn eine vollständige Entfernung bzw. Zerstörung des Tumors nicht möglich ist oder es bereits zur Absiedlung (Metastasen) in anderen Organen gekommen ist. Da Testosteron das Wachstum des Prostatakarzinoms fördert ist das Prinzip aller hormonellen Behandlungsmaßnahmen die Ausschaltung der Testosteronwirkung. Dies kann einerseits durch Entfernung des testosteronbildenden Gewebes im Hoden, also durch die sogenannte subkapsuläre Orchiektomie, einen operativen Eingriff mit Ausschälung des inneren Hodengewebes, geschehen oder auf medikamentösem Wege.

Bei letzterem gibt es wiederum zwei Möglichkeiten: Senkung des Testosteronspiegels durch sogenannte LHRH-Analoga in Form von Monats- oder Dreimonatsspritzen oder Blockade der Testosteronwirkung an der Zielzelle durch sogenannte Antiandrogene. Eine Kombination im Sinne einer maximalen Androgenblockade ist ebenfalls möglich. Dass die maximale Androgenblockade gegenüber der "einfachen" Hormonbehandlung einen Vorteil darstellt, ist durch einige Studien belegt. Durch die Ausschaltung der Testosteronwirkung kann das Wachstum der Krebszellen oft über Jahre zum Stillstand gebracht werden.

Die Chemotherapie mit Docetaxel ist eine Therapieoption für Patienten mit einem gegenüber der Hormontherapie unempfindlich gewordenen, kastrationsresistenten Prostatakarzinoms. Dabei sollte die Chemotherapie nur Patienten mit gutem Allgemeinzustand angeboten werden.

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