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| Fachbereich Supportiv-Therapie - Indikationen | |||||||||
| Osteolyse Entstehung, Auswirkung und Behandlung von Knochenmetastasen
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| Wie häufig sind Knochenmetastasen?
Während sich beim gesunden Menschen Aufbau und Abbau des Knochens (Remodelling) im Gleichgewicht befinden, ist dieser Prozess bei Krebserkrankungen häufig gestört. Bei der Metastasierung können Krebszellen auch in den Knochen wandern. Dort zerstören sie durch ihr ungebremstes Wachstum den Aufbau und die Funktion des Knochens. In Deutschland erkranken jährlich nahezu 300.000 Patienten an verschiedenen Formen des Krebses. Knochenmetastasen treten bei einigen bösartigen Tumorkrankheiten gehäuft, bei anderen wiederum nur recht selten auf.
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| Wie entstehen Knochenmetastasen? Es kommt häufig schon recht früh im Verlauf einer Tumorkrankheit zur Absiedlung von Krebszellen. Die Krebszellen verschiedener Organe werden dabei über die Blutbahn in das Knochenmark eingeschwemmt. Das kann sowohl an Stellen geschehen, die in direkter Nachbarschaft zum Ursprungsgewebe des Krebses liegen, als auch an Stellen, die von diesem Ort weit entfernt sind. Befinden sich die Krebszellen erst einmal im Knochen, können aus ihnen Mikrometastasen werden, die einen Durchmesser von 2 mm nicht überschreiten. Es handelt sich hier um aktiv im Knochenmark wachsende Herde, aus denen sich durch Wachstum Makrometastasen entwickeln. Stören diese Makrometastasen die Struktur, die Mineralisation, d. h. die Einlagerung von Kalzium in den Knochen, und die Stabilität des Skeletts so nachhaltig, dass dadurch die tragende Funktion des Skeletts beeinträchtigt wird, treten Beschwerden auf. Der Zeitraum zwischen der Einschwemmung der Tumorzellen ins Knochenmark und dem Auftreten der ersten Symptome ist nicht genau zu benennen. Er kann zwischen Wochen und Jahren variieren.
Von Knochenkrebs spricht man, wenn Knochenzellen aus normalem Knochengewebe
entarten (unkontrolliertes Wachstum). Knochenmetastasen dagegen gehen
von entarteten Zellen aus anderen Geweben aus, die sich im Knochen abgesiedelt
haben.
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| Welche Auswirkungen haben Knochenmetastasen? Für den Knochenumbau sind die Osteoklasten („Knochenklauer“) unerlässlich. Doch erst im Wechselspiel mit den Osteoblasten, die für den Knochenaufbau zuständig sind („Knochenbauer“), sorgen sie für einen stabilen und funktionstüchtigen Knochen. Der größte Teil aller im Knochenmark wachsenden Metastasen löst eine Tumorosteopathie aus. Tumorzellen können eine Überaktivität der Osteoklasten bewirken, was zu Knochenhöhlen führen kann. Diese beeinträchtigen die Knochenstabilität. Der normale, gut mineralisierte und funktionell ausgerichtete Knochen wird abgebaut und zunehmend durch einen atypischen, häufig schlecht mineralisierten, geflechtartigen Knochen ersetzt. Bereits nach kleinen Unfällen wie Stürzen oder Stößen können sogenannte pathologische Frakturen (Knochenbrüche) auftreten.
Die meisten Patienten mit Knochenmetastasen leiden unter ausgeprägten Knochenschmerzen (50-90 %). Sie sind das häufigste klinische Symptom und können je nach Ort des Metastasenbefalls in verschiedenen Körperregionen vorkommen. Der Charakter des Schmerzes kann unterschiedlich sein – immer aber beeinträchtigt er die Lebensqualität der Patienten erheblich.
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| Wie können Knochenmetastasen festgestellt werden? In der Regel werden Knochenmetastasen durch eine radiologische Untersuchung (Röntgenbild, Computertomografie, Magnetresonanztomografie, Knochenszintigrafie) nachgewiesen. Die Röntgenaufnahme dient als Erstuntersuchung der Wahl und auch als Kontrolle des Krankheitsverlaufes. Bei Knochenmetastasen unterscheidet man zwischen osteoblastischen und osteolytischen (= osteoklastischen) Formen. Während osteoblastische Metastasen durch eine starke Neubildung von Knochen und Osteoid (unmineralisierte Knochensubstanz) gekennzeichnet sind, überwiegt bei osteolytischen Metastasen der verstärkte Knochenabbau. Im Röntgenbild werden osteolytische Metastasen als „dunkler Fleck“ erkennbar, sobald eine größere Menge an Knochenstruktur aufgelöst ist. Dies gelingt bei der konventionellen Röntgenaufnahme allerdings erst ab einer Größe von ca. 1-1.5 cm Durchmesser und einem Dichteverlust von mind. 50%, weshalb oftmals weitere Verfahren ergänzend eingesetzt werden.
Bei der Skelettszintigrafie handelt es sich um eine besondere Form der radiologischen Diagnostik. Es werden geringe Mengen einer radioaktiv markierten Substanz in eine Vene gespritzt. Für eine kurze Zeit reichert sich der Stoff in den Knochenarealen an, die einem hohen Umbau unterliegen. So ist es möglich, die Knochenumbauprozesse im gesamten Körper sichtbar zu machen. Die Knochenbiopsie (Knochenmarkentnahme) ermöglicht eine genaue Untersuchung des Knochengewebes, der Mineralisation und der Knochenzellen. Hierzu werden Flüssigkeit und Zellen des Knochenmarks mit speziellen Hohlnadeln aus dem Brustbein bzw. Beckenkamm aspiriert (lat. aspirare = ansaugen, Knochenmarksaspiration). Alternativ, insbesondere nach unergiebiger Aspiration, wird ein Knochenzylinder aus dem Beckenkamm durch Ausstanzung gewonnen. In beiden Fällen wird das gewonnene Material mikroskopisch auf Krebszellen untersucht. Der Nachweis einzelner Krebszellen im Knochenmark allein ist jedoch nicht ausreichend, um bereits von einer Knochenmetastase sprechen zu können. Man spricht erst von einer Knochenmetastase, wenn die Krebszellen einen krankhaft gesteigerten Abbau (Osteolyse) oder Aufbau des Knochens verursachen. |
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| Wie werden Knochenmetastasen behandelt? Allen Therapieformen gemeinsam ist das Ziel, den Knochen zu festigen und so drohende Frakturen zu verhindern und Knochenschmerzen zu lindern. OP Strahlentherapie Chemotherapie Bisphosphonat-Therapie
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| Wie wirken Bisphosphonate?
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| Anlagerung der Bisphosphonate an der Knochenoberfläche
Direkte Wirkung von Bisphosphonaten auf die Osteoklasten
Es ist besonders wichtig, Bisphosphonate ständig oder in kurzen Intervallen zu verabreichen, damit an den Orten des Umbaus immer genügend Wirkstoff vorhanden ist. Während anfänglich bei der Bisphosphonattherapie vor allem die Antiosteolyse im Vordergrund stand, ist nach neuesten Untersuchungen Osteoprotektion hinzugekommen.
In: Diel/Possinger ebd., S. 37.
Bisphosphonate
Ausführliche Informationen zu Anwendungsgebieten, Gegenanzeigen und Nebenwirkungen des Bisphosphonats Pamidronat (Pamifos®) finden Sie in der Fachinformation (Pamifos). |
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