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Fachbereich Onkologie - Präparate

Oncofolic®

Wirkstoff

Folinsäure, Dinatriumsalz

 

Anwendungsgebiete

Folinsäure, Dinatriumsalz wird angewendet

  • um im Rahmen einer zytotoxischen Behandlung bei Erwachsenen und Kindern die Giftigkeit und Wirksamkeit von Folsäureantagonisten wie Methotrexat zu verringern sowie im Falle einer Überdosierung deren Wirkung entgegenzuwirken. In der zytotoxischen Behandlung wird dieses Vorgehen allgemein als „Folinat-Rescue“ bezeichnet.

  • in Kombination mit 5-Fluorouracil, im Rahmen einer zytotoxischen Behandlung.

 

Beispielhafte Auswahl eines zugelassenen Therapieschemas

Fluorouracil in hoher Dosierung

500 mg/m² Folinsäure(= 546,5 mg/m² Folinsäure, Dinatriumsalz) als i.v. Infusion über einen Zeitraum von 1-2 Stunden und anschließend 2.600 mg/m² Fluorouracil als Dauerinfusion über 24 Stunden; einmal wöchentlich über insgesamt 6 Wochen wiederholen (= 1 Zyklus).

Der Zyklus wird nach einem Intervall von 2 Wochen wiederholt. Die Anzahl der Zyklen ist vom Ansprechen des Tumors abhängig.

 

Klinische Studie zur Wirksamkeit

Im Rahmen einer klinischen Studie mit Folinsäure, Dinatriumsalz und 5-FU an Patienten mit fortgeschrittenem kolorektalem Karzinom, in der 5-FU und Folinsäure, Dinatriumsalz simultan verabreicht wurden, konnte gezeigt werden, dass die Wirksamkeitsparameter wie Ansprechrate, Ansprechdauer, Zeit bis zur Progression sowie Gesamtüberlebenszeit vergleichbar sind zu Daten aus klinischen Studien, die mit dem Calciumsalz der Folinsäure nach dem sog. "Ardalan-Schema" durchgeführt wurden. Weder Qualität noch Quantität der therapiebedingten Nebenwirkungen unterschied sich von vergleichbaren Studien mit Calciumfolinat. Portkomplikationen traten nicht auf.

(G. Hartung et al. Onkologie 24:457-462, 2001)

 

Bioäquivalenz

Es wurde eine pharmakokinetische Studie durchgeführt, um die Bioäquivalenz von Folinsäure, Dinatriumsalz mit einem zugelassenen Calciumfolinat-Präparat als Referenz nachzuweisen. Die festgelegten Bioäquivalenzkriterien wurden im Hinblick auf die pharmakokinetischen Parameter für D- und L-Folinsäure sowie für den Metaboliten 5-Methyltetrahydrofolsäure erfüllt. Calciumfolinat- und Folinsäure, Dinatriumsalz-Lösungen sind bioäquivalent.

 

Wirkungsmechanismus

Folinsäure ist das Formylderivat der Tetrahydrofolsäure bzw. die aktive Form der Folsäure. Sie ist an verschiedenen Stoffwechselprozessen beteiligt, u. a. an der Purinsynthese, der Pyrimidin-Nukleotidsynthese und am Aminosäurestoffwechsel.

Biochemische Grundlage für die Kombination von Folinsäure, Dinatriumsalz und Fluorouracil:

Durch Bindung der Thymidilatsynthetase hemmt Fluorouracil inter alia die DNA-Synthese. Die Kombination von Folinsäure, Dinatriumsalz und Fluorouracil führt zur Bildung eines stabilen ternären Komplexes bestehend aus der Thymidilatsynthetase, 5-Fluorodeoxyuridinmonophosphat und 5,10-Methylentetrahydrofolat.

Dies führt zu einer anhaltenden Blockade der Thymidilatsynthetase mit verstärkter Hemmung der DNA-Biosynthese, was im Vergleich zu einer Monotherapie mit Fluorouracil zu einer erhöhten Zytotoxizität führt.

 

Art und Menge des Wirkstoffes

Oncofolic® 50 mg/ml, Injektions- oder Infusionslösung enthält 54,65 mg/ml Folinsäure, Dinatriumsalz, entsprechend 50 mg/ml Folinsäure.

  • 2 ml Lösung enthalten 109,3 mg Folinsäure, Dinatriumsalz, entsprechend 100 mg Folinsäure.

  • 4 ml Lösung enthalten 218,6 mg Folinsäure, Dinatriumsalz, entsprechend 200 mg Folinsäure.

  • 6 ml Lösung enthalten 327,9 mg Folinsäure, Dinatriumsalz, entsprechend 300 mg Folinsäure.

  • 8 ml Lösung enthalten 437,2 mg Folinsäure, Dinatriumsalz, entsprechend 400 mg Folinsäure.

  • 10 ml Lösung enthalten 546,5 mg Folinsäure, Dinatriumsalz, entsprechend 500 mg Folinsäure.

  • 18 ml Lösung enthalten 983,7 mg Folinsäure, Dinatriumsalz, entsprechend 900 mg Folinsäure.

 

Kontakt

Für weitere Fragen steht Ihnen Frau Dr. Ursula Hespeling gerne zur Verfügung.

Telefon: 04103 8006-491
E-Mail: u.hespeling@medac.de

 



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