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Fachbereich Onkologie - Indikationen

Pankreaskarzinom

Weiterführende Informationen:

  Ätiologische Faktoren
  Symptome
  Lokalisation und Histologie
  Histologische Klassifikation
  Stellung der Chemotherapie
  Neoadjuvante Chemotherapie
  Adjuvante Chemotherapie
  Palliative Chemotherapie
  Therapieschemata ausgewählter Therapien
  Präparate/Kontakt

 

 


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Indikationen Onkologie

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Ätiologische Faktoren

Die Ätiologie des Pankreaskarzinoms ist weitgehend ungeklärt. Risikofaktoren werden insbesondere durch epidemiologische Studien identifiziert.

Chronische Pankreatitis
In Abhängigkeit von der Zeitdauer der chron. Pankreatitis erhöht sich das Risiko um den Faktor 10-20, wobei ein kumulatives Risiko von ca. 4% nach 25 Jahren besteht.

Diabetes mellitus
Patienten mit einem länger als 5 Jahre bestehenden Diabetes weisen eine Verdopplung des Karzinomrisikos auf.

Nikotin (Passivrauchen)
Ein Zusammenhang zwischen Rauchen und Pankreaskarzinom gilt als gesichert. Das Risiko steigt proportional zum Nikotinkonsum (durchschnittliche Verdopplung).

Ernährung
Eine fettreiche Ernährung - v.a. in Form tierischer Fette – sowie eine hochkalorische Ernährung sind Risikofaktoren.

Berufliche Exposition
Bei Acrylamid, aliphatischen und polyzyklischen Kohlenwasserstoffen (u.a. in Lösungsmitteln) und Insektiziden besteht ein signifikant erhöhtes Risiko für die Entwicklung eines Pankreaskarzinoms. Nickel und Chrom sowie deren Verbindungen und Cadmium zeigen eine Assoziation mit der Entwicklung des Pankreaskarzinoms. Insbesondere Cadmium spielt eine wichtige Rolle, das u.a. über Zigarettenrauch aufgenommen wird und im Pankreasgewebe akkumuliert.

Hereditäre Faktoren
Auch bei dieser Krebsart wird vermutet, dass etwa 5 % aller Fälle auf genetischen Faktoren beruhen. Gesichert ist ein gehäuftes Auftreten unter Trägern des für Darmkrebs wichtigen Lynch-Syndroms (HNPCC) sowie auch bei der familiären adenomatösen Polyposis (FAP). Allgemeine Hinweise auf familiäre Häufungen stammen aus epidemiologischen Studien, die Risikoerhöhungen für Angehörige von Pankreastumorpatienten gefunden haben.

Alkohol
Für den Einfluss von Alkohol auf die Entstehung eines Pankreaskarzinoms liegen widersprüchliche Ergebnisse vor.

 

 

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Symptome

Die frühen Stadien der Erkrankung weisen keine typischen Symptome auf. Schmerzen führen am häufigsten zur Konsultation eines Arztes. Typische klinische Befunde neben den Schmerzen sind protrahierter Gewichts- und Appetitverlust sowie der Verschlussikterus bei Pankreaskopfkarzinomen. Ein Leistungsknick, Stuhlveränderungen und Erbrechen sind ebenfalls charakteristisch. Patienten mit Pankreaskarzinom haben ein erhöhtes Risiko im Hinblick auf die Enstehung venöser Thrombosen sowie Thrombophlebitiden.

 

 

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Lokalisation und Histologie

Etwa 70% der Pankreaskarzinome sind im Pankreaskopf lokalisiert, 20% im Korpus und 10% im Pankreasschwanz. Etwa 95% der Pankreastumore haben ihren Ursprung im endokrinen Anteil, 90% davon sind duktale Adenokarzinome. Von diesen duktalen Adenokarzinomen sind mehr als 70% im Pankreaskopf lokalisiert. Nur 2% der Pankreastumoren sind benigne. Eine Sonderstellung nehmen die seltenen zystischen Adenokarzinome ein. Meist sind diese Tumoren bei der Diagnosestellung auf das Pankreas beschränkt, und 50% aller Patienten können allein durch operative Maßnahmen geheilt werden. Weitere seltene Malignome des exokrinen Pankreas sind Adenokarzinome azinärer Zellen und vorwiegend bei jungen Frauen der papilläre zystische Tumor. In 70-75% der Fälle ist der Tumor im Bereich des Pankreaskopfes, in 20% im Korpus und in 5-10% im Schwanzbereich lokalisiert.

 

 

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Histologische Klassifikation

Duktales Karzinom

Häufigkeit (%)

Adenokarzinom

75

Riesenzellkarzinom

4

Adenosquamöses Karzinom

4

Mikroadenokarzinom

3

Muzinöses Karzinom

3

Zystadenokarzinom

1

   

Karzinom der azinären Zellen

Häufigkeit (%)

Adenokarzinom der azinären Zelle

1

Zystadenokarzinom der azinären Zelle

< 1

   

Gemischter Zelltyp

Häufigkeit (%)

Azinäres duktales und Inselzellkarzinom

< 1

   

Unbestimmter Zelltyp

Häufigkeit (%)

Papillär-zystischer Tumor

< 1

Pankreatikoblastom

< 1

 

 

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Stellung der Chemotherapie:

Das Pankreaskarzinom ist eines der bösartigsten Karzinome mit der schlechtesten Prognose unter allen gastrointestinalen Karzinomen. Mehr als 80% der neu diagnostizierten Erkrankungen sind bereits fortgeschritten und nicht mehr operabel. Ungefähr 50% der Patienten haben bereits Metastasen, bevorzugt in Leber, Lymphknoten und/oder Lunge. Hier steht allein die palliative Chemotherapie zur Verfügung. Das Pankreaskarzinom gilt als ein nicht bzw. nur marginal chemotherapiesensibler Tumor. Die in der Literatur in älteren Studien angegebenen Remissionsraten liegen für Substanzen wie Mitomycin C, Cisplatin, Ifosfamid und Anthrazykline zwischen 10 und 20%. Dies gilt auch für 5-Fluorouracil, das in der Monotherapie am häufigsten eingesetzt worden ist.

 

 

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Neoadjuvante Chemotherapie

Eine präoperative Chemotherapie bei lokalisiertem, potentiell resektablem Pankreaskarzinom ist aufgrund der geringen Remissionsraten mit den derzeit verfügbaren Substanzen nicht indiziert.

 

 

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Adjuvante Chemotherapie

Der einzig kurative Ansatz in der Therapie des Pankreaskarzinoms war bisher die chirurgische Resektion. Der Stellenwert einer adjuvanten Chemotherapie nach vollständiger Tumorresektion war bisher eine der zentralen offenen Fragen im Therapiekonzept dieses Karzinoms. Es war nicht geklärt, ob der frühzeitige Einsatz einer wirksamen Chemotherapie im Zustand der makroskopischen Tumorfreiheit zu Überlebensvorteilen gegenüber einer späteren palliativen Therapie führt. In einer randomisierten Phase-III-Studie konnte gezeigt werden, dass Patienten nach Resektion eines Pankreaskarzinoms unter einer Gemcitabin-Monotherapie länger progressionsfrei überleben. In dieser Studie lag die rezidivfreie Zeit in der Kontrollgruppe (Nachbeobachtung) im Bereich der Literaturdaten, während es unter Gemcitabin fast zu einer Verdopplung der krankheitsfreien Überlebenszeit kam. Besonders günstig war die adjuvante Chemotherapie bei R1-resezierten Patienten, die eine schlechte Prognose hatten: 14,5 Monate unter Gemcitabin vs. 5,5 Monate im Kontrollarm. Aufgrund der Ergebnisse dieser Studie wird die adjuvante Therapie mit Gemcitabin aller Voraussicht nach Standard in der Behandlung des resektablen Pankreaskarzinoms und in die Leitlinien aufgenommen werden.

 

 

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Palliative Chemotherapie

Die Erstlinientherapie mit Gemcitabin gilt als Standard bei der Behandlung des fortgeschrittenen Pankreaskarzinoms. Eine Verbesserung der Therapieergebnisse erhofft man sich durch die Kombination von Gemcitabin mit weiteren aktiven Substanzen gegen das Pankreaskarzinom. Leider konnte bisher keine randomisierte Phase-III-Studie Vorteile einer Kombinationstherapie zeigen. Die Gemcitabin-Monotherapie bleibt weiterhin der Standard in der Erstlinientherapie des Pankreaskarzinoms.
Neben der Optimierung der primären Chemotherapie stellt die Etablierung geeigneter Zweitlinienkonzepte eine große Herausforderung dar. Bisheriger Standard ist die beste supportive Therapie allein. In einer randomisierten Phase-III-Studie wurden Oxaliplatin/Folinsäure/5-FU (OFF) plus beste supportive Therapie mit bester supportiver Therapie nach Progress unter Gemcitabin-Monotherapie verglichen. Bei insgesamt guter Verträglichkeit war die mediane Überlebenszeit unter OFF signifikant verlängert (21 vs. 10 Wochen). Auch die Gesamtüberlebenszeit war im OFF-Arm mit 40 Wochen signifikant länger als im Kontrollarm (34,4 Wochen). Das OFF-Regime ist als Zweitlinientherapie nach Progress unter Gemcitabin eine geeignete Therapieoption.

 

 

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Therapieschemata ausgewählter Therapien

 

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5-Fluorouracilmonotherapie
(Burris et al, J Clin Oncol 15:2403-2413, 1997)

5-Fluorouracil 600 mg/m2 i. v.
30-min-Infusion
Tag 1

wöchentliche Wiederholung ;
ein Zyklus besteht aus 4 wöchentlichen Therapien

 

 

 

Gemcitabin-Monotherapie
(Neuhaus et al, JCO Annual Meeting Proceedings Vol 23:4013, 2005)

Gemcitabin 1000 mg/m2 i. v.
30-min-Infusion
Tag 1,8,15,22

Wiederholung Tag 29

 

 

 

Gemcitabin/Mitomycin
(Tuinmann et al, Anti-Cancer Drugs 15:575-579, 2004)

Mitomycin 8 mg/m2 i. v.
30-min-Infusion
Tag 1

Gemcitabin 800 mg/m2 i. v.
30-min-Infusion
Tag 1,8,15

Wiederholung Tag 29

 

 

 

Oxaliplatin/Folinsäure/5-FU (OFF)
(Oettle et al, JCO Annual Meeting Proceedings Vol 23:4031, 2005)

5-FU 2000 mg/m2 i. v.
24-h-Infusion
Tag 1,8,15,22

Folinsäure 200 mg/m2 i. v.
30-min-Infusion
Tag 1, 8,15,22

Oxaliplatin 85 mg/m2 i. v.
2-h-Infusion
Tag 8,22

Wiederholung Tag 43

 

 

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Präparate/Kontakt

medac verfügt über eine langjährige Erfahrung auf dem Gebiet der Therapie des Pankreaskarzinoms. Mit 5-FU medac 50 mg/ml und Mitomycin medac stehen Medikamente zur Therapie zur Verfügung, deren Wirksamkeit und Verträglichkeit allgemein akzeptiert sind und die sich durch langjährige Erfahrungen auszeichnen. In verschiedenen klinischen Studien wurden und werden neue Kombinationen und Applikationsmodi speziell für eine Therapieoptimierung beim Pankreaskarzinom untersucht und weiterentwickelt.

Ausführliche Informationen zu den Anwendungsgebieten, Gegenanzeigen und Nebenwirkungen finden Sie in der 5-FU- und in der Mitomycin-Fachinformation.

Bei weiteren Fragen steht Ihnen Frau Dr. Ursula Hespeling unter Tel.: 04103 8006-491 oder unter u.hespeling@medac.de zur Verfügung.

 

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