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| Fachbereich Onkologie - Indikationen | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
Ovarialkarzinom Weiterführende Informationen:
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| Einleitung In Deutschland erkranken jährlich etwa 10000 Frauen an einem Ovarialkarzinom. Ungefähr 75% der Patientinnen weisen zum Zeitpunkt der Diagnose bereits extrapelvine Metastasen auf und befinden sich in Stadium FIGO III oder IV. Folgende Risikofaktoren werden für die Entstehung eines Ovarialkarzinoms diskutiert:
Als protektive Faktoren gelten:
95% der Ovarialkarzinome treten sporadisch auf. Bei etwa 5% der Karzinome geht man von einer genetischen Prädisposition aus. Das Ovarialkarzinom ist das siebthäufigste Malignom der europäischen Frauen. Da die Prognose meist schlecht ist, nimmt das Ovarialkarzinom den ersten Platz in der relativen Mortalitätsstatistik der gynäkologischen Malignome ein.
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Screening Da der Großteil der Ovarialkarzinom-Patientinnen zum Zeitpunkt der Erstdiagnose bereits ein fortgeschrittenes Tumorstadium (FIGO III oder IV) zeigt, wird über effektive Screening-Methoden nachgedacht. Effektive Screeningmethoden sind zur Zeit nicht verfügbar. Eine Kombination der folgenden Maßnahmen ist empfehlenswert:
Da der Tumormarker CA-125 bei benignen Erkrankungen (z.B. Endometriose, Leberfunktionsstörungen) ebenfalls in stark erhöhter Konzentration nachweisbar sein kann, wird der Einsatz dieses Tumormarkers im Rahmen des Screenings kontrovers beurteilt.
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| Stadieneinteilung Die definitive Stadieneinteilung kann nur intraoperativ erfolgen.
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| Prognosefaktoren Als multivariat signifikante prognostische Parameter für das Überleben von Patientinnen mit Ovarialkarzinom gelten:
Der Stellenwert verschiedener neuerer Prognosefaktoren muss in Studien validiert werden. Etablierte prädiktive Faktoren gibt es derzeit nicht. Genexpressionsanalysen mit Tissue-Array Techniken könnten in der Zukunft einen hohen Stellenwert erlangen.
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| Diagnostik Den höchsten Stellenwert unter bildgebenden Verfahren in der Diagnostik des Ovarialkarzinoms hat die transvaginale Ultrasonographie. Diese dient der Beurteilung der Dignität des Tumors nach morphologischen Kriterien wie Zystengröße, Wanddicke, Vorhandensein von Septen und soliden Anteilen. Eine apparative diagnostische Maßnahme, die ein operatives Staging beim Ovarialkarzinom ersetzen und die Operabilität verlässlich einschätzen kann, existiert zur Zeit nicht. Die diagnostische Punktion eines zystisch soliden oder rein soliden Ovarialtumors ist in jedem Fall kontraindiziert. Hierdurch können Tumorzellen intraperitoneal disseminiert werden. Der Tumormarker CA 125 ist aufgrund der geringen Spezifität nicht zur Früherkennung geeignet, er sollte aber zur Verlaufsbeurteilung vor Therapiebeginn bestimmt werden. Molekulare Muster stehen derzeit zur Früherkennung, Vorhersage des Therapieansprechens und als Prognosefaktor nicht zur Verfügung.
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| Pathologische Diagnostik Die histologische Klassifikation der Ovarialkarzinome und anderer Ovarialtumoren erfolgt gemäß der aktuellen WHO Klassifikation (2003). Die Schnellschnittuntersuchung von Ovarialtumoren ermöglicht in eindeutigen Fällen eine intraoperative Diagnosesicherung. Bei unklarer Befundlage und/oder angestrebter Fertilitätserhaltung ist eine differenzierte morphologische Aufarbeitung des fixierten Operationsmaterials vorzuziehen. Eine verlässliche Typisierung von Ovarialtumoren kann zusätzlich zur konventionellen Histologie den differenzierten Einsatz histochemischer und immunhistochemischer Untersuchungen erforderlich machen. Folgende Subtypen sind voneinander abzugrenzen:
Die Borderline-Tumoren und die Ovarialkarzinome werden nach der WHO-Klassifikation entsprechend dem Zelltyp in folgende Typen eingeteilt:
Den endometroiden Formen werden auch die Adenosarkome, die mesodermalen (Müller-) Mischtumoren und die Stromasarkome zugeordnet. Eine verlässliche Typisierung von Ovarialtumoren kann zusätzlich zur konventionellen Histologie den differenzierten Einsatz histochemischer und immunhistochemischer Untersuchungen erforderlich machen.
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| Therapeutisches Management des Ovarialkarzinoms Das therapeutische Management des Ovarialkarzinoms besteht aus zwei wichtigen Komponenten:
1. Operation Der postoperative Tumorrest stellt den wichtigsten Prognosefaktor beim Ovarialkarzinom dar. Patientinnen ohne postoperativen Tumorrest haben sowohl bezüglich des rezidivfreien Überlebens als auch des Gesamtüberlebens haben den größten Benefit. Man unterscheidet drei Subgruppen:
Neue Studien empfehlen eine Unterscheidungsgrenze des postoperativen Tumorrestes in „makroskopisch tumorfrei“,„ Tumorrest = 1 cm“ und „Tumorrest > 1cm“ (Eisenkop et al. 2001). Hierzu liegen aber noch wenige publizierte Daten vor. Mit der Operation des Ovarialkarzinoms werden zwei wichtige Ziele verfolgt:
Der Großteil der Patientinnen ist Kontinenz-erhaltend zu operieren. Das rezidivfreie Intervall ist für die Indikation zum Rezidiveingriff ein wirksamer Prognosefaktor. Patientinnen mit einem rezidivfreien Intervall von mehr als 12 Monaten haben ein längeres Gesamtüberleben als Patientinnen mit Frührezidiv, so dass diese Patientinnengruppe von einer sekundären zytoreduktiven Chirurgie eher profitiert. Als limitierende Faktoren für eine optimale Zytoreduktion gelten:
Ob eine Rezidivoperation beim Ovarialkarzinomrezidiv sinnvoll ist, kann nur individuell im interdisziplinären Konsensus entschieden werden; wichtige Einflussfaktoren sind:
2. Chemotherapie Neben der maximal erreichbaren operativen Tumorreduktion besteht die Standardbehandlung in einer anschließenden Chemotherapie. Primärtherapie Evidence-based- Medicine-Level I (GOG 111, GOG 158, OVAR 5) Paclitaxel 175 mg/m² 3-Stunden-Infusion Carboplatin AUC =5
Da Carboplatin besonders im nichthämatologischen Nebenwirkungs-Spektrum deutliche Vorteile gegenüber Cisplatin besitzt und seine Äquieffektivität bewiesen hat (GOG 158, Ovar-3), ist die Kombinations-Therapie mit Paclitaxel und Carboplatin zu bevorzugen. Die zytostatische Therapie des fortgeschrittenen Ovarialkarzinoms sollte vorzugsweise im Rahmen klinischer Studien erfolgen, um die spärliche Datenlage zu verbessern und um die erreichten Fortschritte weiter zu optimieren. In Deutschland sollten die Patientinnen vorzugsweise Studienteilnahme in Projekte der AGO (www.ago-ovar.de) und der NOGGO (www.noggo.de) eingebracht werden.
Therapie des Rezidivs Trotz „State of the Art“-Primärtherapie und verbesserter Operationstechniken und damit verbundener hoher Ansprechraten in der First-Line-Chemotherapie mit Paclitaxel und Carboplatin von etwa 75% entwickeln etwa 65% der Patientinnen in den FIGO-Stadien III und IV ein Rezidiv oder eine Tumorprogression und versterben an dieser Erkrankung. Die zytostatische Rezidivtherapie verfolgt daher folgende Ziele:
Primäre Zielkriterien der Studien in der Rezidiv-(Palliativ-)Situation sind das Gesamtüberleben (progressionsfreies Überleben) und die Messung der Lebensqualität, die besonders durch die nichthämatologischen Nebenwirkungen beeinflusst wird. Patientinnen, die ein Rezidiv erleiden, sollten vorzugsweise im Rahmen von klinischen Studien behandelt werden. Für die Prognoseeinschätzung hat sich die Einstufung in so genannte platinsensitive und platinrefrakträre (jeweils plus Paclitaxel) Tumoren bewährt. Patientinnen mit platinsensitiven Tumoren und langem rezidivfreien Intervall (>12 Monate) profitieren häufig von einer erneuten Operation und zeigen bei der Second-Line-Chemotherapie auch erheblich höhere Ansprechraten als Patientinnen mit platinrefraktären Tumoren. Etwa 15–25% der Patientinnen haben einen platinrefraktären Tumor mit primärem Tumorwachstum während einer Platin- bzw. Platin- plus Paclitaxel-haltigen Chemotherapie (primäre Progression) oder einem Tumornachweis innerhalb von 6 Monaten nach Abschluß der Chemotherpapie.
Ziele der Rezidivtherapie: Andere Gewichtung als bei der Primärtherapie
Die Patientinnen können gemäß den unten aufgeführten Eigenschaften in Patientinnen mit einer potentiell „Platin-sensitiven“ Erkrankung und Patientinnen, mit einer resistenten Erkrankung eingeteilt werden:
Platin-sensibles Ovarialkarzinom
Platin-refraktäres Ovarialkarzinom
Das Therapiespektrum für die Rezidivtherapie des Platin-refraktären Ovarialkarzinoms besteht aus folgenden Substanzen:
Diese Substanzen unterscheiden sich besonders in ihrem Nebenwirkungsspektrum stark.
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| Nachsorge Ziele der Nachsorge Erkennung und Behandlung therapieassoziierter Nebenwirkungen Erkennung einer Rezidiverkrankung Psychosoziale Betreuung Lebensqualität Möglichkeiten und Ziele rehabilitativer Maßnahmen
Inhalte der Nachsorge
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| Therapieverlauf einer Overialkarzinom-Patientin heute
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| medac-Produkte in der Therapie des Ovarialkarzinoms:
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| Aktuelle Studienkonzepte für Patientinnen mit rezidivierendem Ovarialkarzinom (1)
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| Aktuelle Studienkonzepte für Patientinnen mit rezidivierendem Ovarialkarzinom (2)
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