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Magenkarzinom Weiterführende Informationen:
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| Ätiologische Faktoren Infektion mit Helicobacter pylori Medizinische Vorgeschichte Genetische Prädisposition Salze und Nitrosamine Rauchen
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Symptome Das Magenkarzinom hat keine typischen Frühsymptome. Frühkarzinome sind nur durch eine Gastroskopie erkennbar. Der Diagnosestellung gehen häufig längere Zeiträume (Wochen bis Monate) uncharakteristischer Beschwerden im Oberbauch voraus. Verschiedenste Unverträglichkeiten, Inappetenz, Abneigung gegen Fleischspeisen, Gewichtsverlust, Abgeschlagenheit, Leistungsknick, Anämie, Druckgefühl und Schmerzen im Oberbauch, Schluckbeschwerden, Übelkeit, Erbrechen und Teerstuhl können auftreten. Eine Hyperpigmentierung und Papillomatose (Acanthosis nigricans) wird beobachtet und tritt meist synchron mit der Tumorentwicklung auf.
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Lokalisation und Histologie 95% aller Magenkarzinome sind Adenokarzinome. Die Inzidenz der distalen Karzinome ist abnehmend, während die proximalen Karzinome zunehmen.
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Histologische Klassifikation
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Stellung der Chemotherapie Für Patienten mit lokal begrenztem Magenkarzinom bietet alleinig die Chirurgie eine kurative Chance. Bei Diagnosestellung befinden sich jedoch ungefähr zwei Drittel aller Patienten in einem fortgeschrittenen Stadium. Bei weniger als der Hälfte von ihnen ist eine R0-Resektion möglich. Auch nach erfolgreicher kurativer Resektion ist die Rezidivrate – stadienabhängig – sehr hoch. Durch perioperative Therapiemaßnahmen (neoadjuvante/adjuvante Chemotherapie und/oder Strahlentherapie) wird versucht, die insgesamt ungünstige Prognose zu verbessern. In den letzten Jahren hat die Rate kurativer Resektionen zugenommen und die perioperative Mortalität konnte erheblich gesenkt werden. Multimodale Strategien und neue Behandlungsprotokolle haben sich etabliert, sodass die Prognose verbessert werden konnte. Bei der Mehrzahl der Patienten mit einem Magenkarzinom erfolgt eine Tumorausbreitung über die Organgrenzen hinaus, die mit alleinigen Lokalmaßnahmen nicht kontrollierbar ist. Dies verdeutlicht die Notwendigkeit einer effektiven systemischen Therapie. Im palliativen Bereich haben neu entwickelte Substanzen zu einer Erweiterung der chemotherapeutischen Möglichkeiten beigetragen. Cisplatin- und 5-FU-basierte Therapieschemata wie ECF (Epirubicin/Cisplatin/5-FU) oder das PLF-Schema (Cisplatin/Folinsäure/5-FU) gehören zu den häufig verwendeten Kombinationsbehandlungen. Mit diesen Therapien werden Remissionsraten von ungefähr 40% und mediane Überlebenszeiten von etwa 9 Monaten erreicht. Für das ECF-Regime ist allerdings eine kontinuierliche Langzeitinfusion über die Dauer von bis zu 6 Monaten erforderlich, die das Protokoll aufwändig und für den Patienten unkomfortabel macht. Zudem ist die Rate hämatologischer und nichthämatologischer Toxizitäten hoch. In randomisierten Studien konnte bisher nicht gezeigt werden, das die Ergänzung des CF-Regimes um eine der neueren Substanzen die unter ECF oder PLF erreichten Ergebnisse deutlich verbessert. Das in Phase-III-Studien evaluierte Therapieregime DCF (Docetaxel/Cisplatin/5-FU) konnte im randomisierten Vergleich zu CF das krankheitsfreie wie auch das Gesamtüberleben zwar signifikant verlängern, verursachte jedoch eine hohe hämatologische Toxizität. Die Kombination von Irinotecan und 5-FU/Folinsäure verbesserte im Vergleich zum Vergleichsarm Cisplatin und 5-FU nur tendenziell die Zeit bis zur Tumorprogression, das Gesamtüberleben war jedoch nur vergleichbar. Der Stellenwert von Oxaliplatin anstelle von Cisplatin oder Capecitabin anstelle von 5-FU ist noch nicht eindeutig geklärt.
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Neoadjuvante Chemotherapie In der MAGIC-Studie wurde erstmals die Bedeutung der kombinierten neoadjuvanten und adjuvanten Chemotherapie bei primär resektablem Magenkarzinom belegt. Die perioperative Chemotherapie mit ECF verbesserte signifikant die Resektabilität, das progressionsfreie und auch das Gesamtüberleben. Die Ergebnisse dieser Studie wurden durch eine weitere randomisierte Phase-III-Studie mit CF bestätigt. Die präoperative Chemotherapie führte zu einer signifikanten Verbesserung der R0-Resektabilität und des krankheitsfreien Überlebens und zu einer Abnahme von N+/M+-Tumoren. Die neoadjuvante Therapie ist ganz offenbar mit einer Verbesserung der Prognose verbunden.
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Adjuvante Chemotherapie Die adjuvante Chemotherapie zeigt nur eine geringe Wirkung beim Magenkarzinom und führt zu keiner signifikanten Verbesserung des Überlebens. Eine Metaanalyse (13 Studien, mehr als 2000 Patienten) konnte nur einen geringen positiven Einfluss der adjuvanten Chemotherapie nachweisen. In einer prospektiven randomisierten Phase-III-Studie konnte nach Resektion von Adenokarzinomen des Magens und des gastrooesophagealen Übergangs nach Radiochemotherapie das rezidivfreie und das Gesamtüberleben verbessert werden (MacDonald et al. N Engl J Med 345:725-730, 2001). Die Toxizität der Radio-/Chemotherapie ((Folinsäure 20 mg/m2 und 425 mg/m2, Tag 1-5, gefolgt von einer Strahlentherapie mit 45 Gy über 25 Fraktionen mit begleitender Folinsäure-/5-FU-Therapie (20 mg/m2 und 400 mg/m2, Tage 1-4 und Tag 23-25 während der Strahlentherapie; daran anschließend nochmals eine Chemotherapie über zwei Zyklen mit Folinsäure/5-FU (20 mg/m2 und 425 mg/m2, Tag 1-5, Wiederholung Tag 29)) war jedoch sehr hoch. Zudem entsprach das chirurgische Vorgehen nicht den Prinzipien der onkologischen Chirurgie. Die adjuvante Chemo- oder Radiochemo-Therapie ist deshalb derzeit außerhalb von Studien nicht indiziert.
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Palliative Chemotherapie In der palliativen Behandlungssituation haben randomisierte Studien gezeigt, dass eine Chemotherapie im Vergleich mit "best supportive care" nicht nur die Überlebenszeiten signifikant verlängert, sondern auch die bessere Palliativtherapie ist. Es ist allerdings derzeit nicht möglich "eine" Standardchemotherapie zu definieren. Die meisten Zytostatikakombinationen der "2. Generation" können z.T. zu erheblichen Nebenwirkungen führen oder müssen stationär durchgeführt werden. Neuere taxan- oder irinotecanhaltige Kombinationen konnten bisher die Ergebnisse nicht deutlich verbessern. Derzeit können Kombinationen, die "infusional" 5-Fluorouracil beinhalten, am ehesten als "Standardtherapie" bezeichnet werden. Sie sind ambulant durchführbar und ausgesprochen wirksam. Gegenüber ECF hat PLF Vorteile bezogen auf die Applikationform (ECF: 21-wöchige 5-FU-Dauerinfusion; PLF: wöchentliche 24-h-Infusion) und Nebenwirkungen (PLF: praktisch keine relevante Knochenmarktoxizität oder Alopezie (Schmoll, Höffken und Possinger "Kompendium Internistische Onkologie", 4. Auflage; Springer-Verlag).
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| Therapieschemata
ausgewählter Therapien |
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| Epirubicin/Cisplatin/5-FU (ECF) |
Epirubicin 50 mg/m2 i.
v. Cisplatin 60 mg/m2 i. v. 5-FU 200 mg/m2 i. v. Wiederholung Tag 22
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| Hochdosis-5-FU/Folinsäure
HD-FU/FA |
Folinsäure 500 mg/m2
i. v. 5-FU 2600 mg/m2 i. v. Wiederholung Tag 50
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| Cisplatin/Hochdosis-5- FU/Folinsäure
(PLF) |
Folinsäure 500 mg/m2
i. v. 5-FU 2000 mg/m2 i. v. Cisplatin 50 mg/m2 i. v. Wiederholung Tag 50
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| Hochdosis
-5-FU/Folinsäure/Mitomycin
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Mitomycin 10 mg/m2
i. v. Folinsäure 500 mg/m2 i. v. 5-FU 2600 mg/m2 i. v. Wiederholung Tag 57
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| Hochdosis
-5-FU/Folinsäure/Irinotecan |
Irinotecan 80
mg/m2 i. v. Folinsäure 500 mg/m2 i. v. 5-FU 2000 mg/m2 i. v.
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| Hochdosis -5-FU/Folinsäure/Oxaliplatin
(FLO) |
Oxaliplatin 85 mg/m2 i.
v. Folinsäure 200 mg/m2 i. v. 5-FU 2600 mg/m2 i. v. Wiederholung Tag 15
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| Docetaxel/Cisplatin/5-FU (TCF) |
Docetaxel 75 mg/m2 Cisplatin 75 mg/m2 5-FU 750 mg/m2 Wiederholung Tag 22
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| Mitomycin/Cisplatin/5-FU (MCF)
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Mitomycin 7 mg/m2 i.v.
Cisplatin 50 mg/m2 i.v. Bolus 5-FU 300 mg/m2/Tag i. v. |
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Präparate/Kontakt medac verfügt über eine langjährige Erfahrung auf dem Gebiet der Therapie des Magenkarzinoms. Mit 5-FU medac 50 mg/ml und Mitomycin medac stehen Medikamente zur Therapie zur Verfügung, deren Wirksamkeit und Verträglichkeit allgemein akzeptiert sind und die sich durch langjährige Anwendung auszeichnen. In mehreren klinischen Studien wurden und werden neue Kombinationen und Applikationsmodi speziell für eine Therapieoptimierung beim Magenkarzinom untersucht und weiterentwickelt. Ausführliche Informationen zu den Anwendungsgebieten, Gegenanzeigen und Nebenwirkungen finden Sie in der 5-FU- und in der Mitomycin-Fachinformation. Bei weiteren Fragen steht Ihnen Frau Dr. Ursula Hespeling unter Tel.: 04103 8006-491 oder unter u.hespeling@medac.de zur Verfügung.
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