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Fachbereich Hämatologie - Präparate

Syrea®

 

Wirkstoff

Hydroxycarbamid

 

Anwendungsgebiete

Behandlung von Patienten mit chronisch myeloischer Leukämie (CML) in der chronischen oder akzelerierten Phase der Krankheit.

Behandlung von Patienten mit essentieller Thrombozytämie (ET)

oder Polycythämia vera (PV) mit hohem Risiko für thromboembolische Komplikationen.

 

Chronisch myeloische Leukämie (CML)

Die chronisch myeloische Leukämie ist eine klonale myeloproliferative Erkrankung, die aus der malignen Transformation einer pluripotenten hämatopoetischen Stammzelle hervorgeht. Das Philadelphia-Chromosom (Ph), das aus einer Translokation an den Chromosomen 9 und 22 [t(9;22)] resultiert, ist bei 95% der CML-Patienten nachweisbar und verbindet DNA-Sequenzen von BCR und ABL-Genen. BCR-ABL kodiert für ein Fusionsprotein mit deregulierter Tyrosinkinase-Aktivität. Es ist für die Leukämogenese nötig und ausreichend. Die Erkrankung ist im Differentialblutbild charakterisiert durch eine Leukozytose mit mehr als 30 x 10 9/l mit einer Linksverschiebung zu Myeloblasten sowie einer Milzvergrößerung. Der primäre Ansatz der Therapie ist eine Reduktion der erhöhten Leukozytenzahl mit dem Ziel einer hämatologischen und zytogenetischen Remission. Eine hämatologische Remission beinhaltet die Normalisierung der Leukozyten, die Elimination unreifer myeloischer Zellen aus dem peripheren Blut und die Bekämpfung der Krankheitssymptome. Eine zytogenetische Remission ist definiert durch die Reduktion oder Elimation Ph-positiver Zellen in Blut und Knochenmark. Eine komplette zytogenetische Remission liegt vor bei vollständiger

Abwesenheit von Ph-positiven Zellen, eine partielle ist gegeben bei 1-35% Ph-positiven Zellen, die bei standardmäßig durchgeführter zytogenetischer Technik gefunden werden.

Es werden drei Phasen der CML unterschieden:

  • Chronische Phase
  • Akzelerierte Phase
  • Blastenkrise

 

Essentielle Thrombozytämie (ET)

Die ET ist eine relativ seltene myeloproliferative Erkrankung. Das mittlere Alter der Patienten ist üblicherweise niedriger als bei den anderen myeloproliferativen Erkrankungen.

Die ET ist charakteisiert durch eine Thrombozytenzahl über 600 x 10 9/l, einer schweren Hyperplasie der Megakaryozyten im Knochenmark und dem Fehlen der erhöhten Erythrozyten-Masse. Andere Ursachen, die mit einer Thrombozytose einhergehen können (wie schwerer Eisenmangel, Tumor, Infektion oder Operation) sind auszuschließen. Patienten, die älter als 60 Jahre sind oder bereits früher thrombotische Episoden hatten, haben ein bis zu 25% erhöhtes Risiko eine zerebrale, kardiale oder periphere arterielle Thrombose zu entwickeln. Darüberhinaus besteht bei diesen Patienten die Gefahr einer Lungenembolie oder einer tiefen Venenthrombose. DieTransformation zu einer akuten Leukämie wurde bei knapp 10% der Patienten beobachtet.

 

Polycythämia vera (PV)

Die PV ist eine myeloproliferative Erkrankung die im Wesentlichen die Reihe der roten Blutkörperchen betrifft. Die Krankheit ist charakterisiert durch hohe Erythrozytenzahlen, erhöhtes Hämoglobin und einen erhöhten Hämatokritwert. Granulozyten und Thrombozyten können ebenso erhöht sein. Im Vergleich zu den anderen myeloproliferativen Erkrankungen (besonders CML) ist die Prognose der PV relativ gut. Die Mehrheit der Patienten ist älter als 60 Jahre und hat im Durchschnitt mit der Krankheit eine Lebenserwartung von mehr als 10 Jahren.

 

Wirkmechanismus

Hydroxycarbamid wirkt hauptsächlich durch die Inhibition des Enzyms Ribonukleotid-Reduktase. Dieses Enzym spielt eine zentrale Rolle bei der Biosynthese der DNA und ist verantwortlich für eine kontinuierliche und ausbalancierte Bereitstellung von 4-Desoxy-ribonukleotid-triphosphaten. Wenn diese nicht in ausreichender Menge vorhanden sind, kann keine DNA-Synthese erfolgen, und die Zelle kann sich nicht teilen.

 

Pharmakokinetik

Hydroxycarbamid wird gut resorbiert und ist bei oraler Applikation vollständig bioverfügbar. Nach oraler Gabe werden in 0,5 bis zu 2 Stunden maximale Plasmaspiegel erreicht. Hydroxycarbmid wird teilweise durch renale Exkretion ausgeschieden. Der Beitrag dieses Ausscheidungswegs zur gesamten Ausscheidung von Hydroxycarbamid ist unklar, da die Anteile der gegebenen Dosis, die im Urin wiedergefunden wurden, von 9 bis 95% reichten. Die Metabolisierung von Hydroxycarbamid im Menschen wurde nicht untersucht. Hydroxycarbamid durchdringt die Blut-Hirn-Schranke.

 

Darreichungsform

Hartkapsel

Weiße Kapseln

Erhältliche Packungsgrößen: 50 und 100 Kapseln

 

Kontakt

Für weitere Fragen steht Ihnen Dr. Volkmer unter

Tel.: 04103/8006-496 oder unter der e-Mail: j.volkmer@medac.de

gern zur Verfügung.

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