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Fibrinolyse - Urokinase

 

Urokinase ist ein in der menschlichen Niere gebildetes, aus Urin isoliertes Enzym aus der Gruppe der Peptidasen, das in zwei Molekülgrößen, einer hochmolekularen Form (MG 47 000 - 56 000 D) und einer niedrigmolekularen Form (MG 33 000 D), vorkommt.

Urokinase wird als einkettiges Molekül gebildet und erst nach Abgabe ins Plasma durch Hydrolyse einer Lysin-Isoleucin-Bindung in die aktive zweikettige Form überführt [Robert 1990]. Die zweikettige hochmolekulare Urokinaseform besteht aus einer leichten A-Kette mit 157 Aminosäuren und einer schweren B-Kette mit 253 Aminosäuren. Die B-Kette enthält das aktive Zentrum mit den Aminosäuren Histidin, Asparaginsäure und Serin. Als Serin-Protease besteht bei Urokinase eine ausgeprägte Affinität zu anderen Serin-Proteasen, besonders zu humanem Plasminogen [Steffens 1982].

Urokinase gehört zur Gruppe der direkten Plasminogenaktivatoren. Das einkettige Plasminogenmolekül ist ein Plasmaprotein, das durch Hydrolyse der Arginin560-Valin561-Bindung in zweikettiges Plasmin überführt wird. Katalytisch wirksam sind dabei eine Reihe von Substanzen, sog. Plasminogenaktivatoren, zu denen neben Urokinase auch t-PA und Streptokinase zu rechnen sind [Urano 1987]. Plasmin, eine unspezifische Serin-Protease und das einzige bekannte fibrinspaltende Enzym, führt zum Abbau von Fibringerinnseln sowie aufgrund seiner Unspezifität zum Abbau weiterer Gerinnungsfaktoren wie Fibrinogen, Faktor V und Faktor VIII [Marder 1969].

Die hochmolekulare Urokinase ist der niedrigmolekularen Form an Plasminaffinität und Aktivierungspotenz überlegen. Kommerzielle Urokinasepräparate enthalten deshalb vorzugsweise hochmolekulare Urokinase [Verstraete 1989].

Die Halbwertzeit von Urokinase wird mit 16 Minuten angegeben. Die Ausscheidung erfolgt hauptsächlich über die Niere. Innerhalb von 72 Stunden konnten 76% der Radioaktivität einer markierten Urokinase im Urin nachgewiesen werden [Alkjaersig 1977].

Urokinase hat als direkter Plasminogenaktivator eine spezifische Affinität zum Plasminogenmolekül und wandelt dieses durch Hydrolyse der Arginin-Valin-Bindung in Plasmin um. Die Protease Plasmin kann im und am Thrombus gebundene Fibrinpolymere spalten, wodurch der Thrombus aufgelöst und die verlegte Strombahn somit rekanalisiert wird.

Die Halbwertzeit beträgt in vivo 14 +/- 6 Minuten.

Urokinase besitzt als körpereigenes Protein keine Antigenität, eine längerfristige und mehrzeitige Gabe ist somit möglich.

Für den bedarfsgerechten Einsatz steht Urokinase HS medac (siehe Fachinformation) in folgenden 6 Wirkstärken zur Verfügung:

  • Urokinase HS medac 1 000 000 I.E. Boluslyse

  • Urokinase HS medac 500 000 I.E. Boluslyse / Kontinuierliche Infusion

  • Urokinase HS medac 250 000 I.E. Kontinuierliche Infusion / Intervention

  • Urokinase HS medac 100 000 I.E. Intervention

  • Urokinase HS medac 50 000 I.E. Shuntthrombolyse

  • Urokinase HS medac 10 000 I.E. Shuntthrombolyse

Für die ambulante Verordnung ist Urokinase 500.000 HS medac in den Normpackungsgrößen N1= 1 OP, N2= 5 OP und N3= 10 OP erhältlich.

 


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