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Fibrinolyse - Übersicht über thrombolytische Substanzen

 

Weiterführende Informationen:

  Streptokinase
  Urokinase
Gewebe-Plasminogen-Aktivator (t-PA)
  Reteplase (r-PA)
  Tenecteplase (TNK-tPA)

 


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Streptokinase

 

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Streptokinase wird aus dem Kulturfiltrat β -hämolysierender Streptokokken der Lancefield-Gruppe C gewonnen. Es handelt sich um ein einkettiges Protein mit einem Molekulargewicht von 47 000 Dalton.

Trotz der Bezeichnung "Kinase" besitzt die Streptokinase keine direkte enzymatische Aktivität. Nach intravenöser Infusion bildet die Streptokinase zunächst äquimolare Komplexe mit Plasminogen. Erst diese sogenannten Aktivatorkomplexe sind in der Lage, Plasminogen enzymatisch in das fibrinolytisch aktive Plasmin umzuwandeln.

Ein Nachteil der Streptokinase ist ihre Antigenität, die eine Langzeitapplikation oder eine wiederholte Gabe aufgrund der Antikörperbildung des Patienten verhindert.

Streptokinase  

Molekulargewicht

47 000 Dalton

Wirkungsweise

indirekter Plasminogenaktivator

Halbwertzeit

18-33 Minuten

Antigenität

ja

Fibrinspezifität

nein

allergische Reaktionen

ja

 

 

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Urokinase

 

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Urokinase ist ein direkter Plasminogenaktivator, der aus Urin oder Nierenzellkuturen gewonnen werden kann. Die in Deutschland für den klinischen Einsatz erhältliche Urokinase wird ausschließlich aus menschlichem Urin isoliert.

Man unterscheidet die hochmolekulare Form der Urokinase mit einem Molekuargewicht von 54 000 Dalton von der niedrigmolekularen Form mit einem Molekuargewicht von 33 000 Dalton.

Die hochmolekulare Form besitzt eine höhere lytische Aktivität als die niedrigmolekulare Form.

Urokinase  

Molekulargewicht

33 000 o. 54 000 Dalton

Wirkungsweise

direkter Plasminogenaktivator

Plasmahalbwertzeit

10-16 Minuten

Antigenität

nein

Fibrinspezifität

nein

allergische Reaktionen

nein

 

 

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Gewebe-Plasminogen-Aktivator (t-PA)

 

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Der Gewebe-Plasminogen-Aktivator ist in den meisten menschlichen Organen, Geweben und Sekreten enthalten. t-PA wird von Endothelzellen synthetisiert und kann, auf verschiedene Stimuli hin, ins Blut freigesetzt werden. Physiologisch werden relativ hohe Konzentrationen von t-PA im Uterus, im Herz, Skelettmuskel, Ovar und in der Lunge gefunden. Die Freisetzung kann durch psychischen oder physischen Streß, durch venöse Stauung sowie durch Infusion vasoaktiver Substanzen erfolgen.

Genau wie Urokinase ist t-PA ein direkter Plasminogenaktivator.

Im Unterschied zu Uro- bzw. Streptokinase ist die Aktivität des t-PA streng auf die Orte, an denen Fibrinablagerungen oder Thromben vorliegen, begrenzt. In Abwesenheit von Fibrin ist t-PA kaum wirksam. Durch Fibrin wird die Affinität von t-PA zu Plasminogen etwa einhundertfach erhöht. Erklärt wird dieses über einen Komplex aus Fibrin, Plasminogen und t-PA, in dem t-PA erst seine volle Wirksamkeit entfaltet. Die fibrinolytische Aktivität bleibt daher weitestgehend lokal begrenzt.

Der Gewebe -Plasminogen- Aktivator wird für den Einsatz als Fibrinolytikum rekombinant, d.h. gentechnologisch hergestellt.

rt-PA  

Molekulargewicht

70 000 Dalton

Wirkungsweise

direkter Plasminogenaktivator

Plasmahalbwertzeit

4-6 Minuten

Antigenität

nein

Fibrinspezifität

ja

allergische Reaktionen

nein

 

 

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Reteplase (r-PA)

 

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Bei der Reteplase handelt sich um eine Deletionsmutante des Gewebe-Plasminogen-Aktivators. Aufgrund der verlängerten Plasmahalbwertzeit gegenüber rt-PA eignet sich das Molekül für Bolusapplikationen. Die spezielle Mutation des t-PA-Moleküls (Deletion des Kringels 1) führt zu einer Verminderung der Metabolisierung in der Leber mit daraus folgender Halbwertzeitverlängerung. Alle übrigen Eigenschaften des t-PA-Moleküls bleiben beim Reteplase-Molekül unverändert erhalten.

Reteplase (r-PA)  

Molekulargewicht

39 000 Dalton

Wirkungsweise

direkter Plasminogenaktivator

Plasmahalbwertzeit

11-14 Minuten

Antigenität

nein

Fibrinspezifität

ja

allergische Reaktionen

nein

 

 

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Tenecteplase (TNK-tPA)

 

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Bei Tenecteplase handelt es sich eine gezielt gentechnisch hergestellte Variante des Gewebe-Plasminogenaktivators rt-PA, die eine niedrige Plasmaclearance mit daraus resultierender Verlängerung der Halbwertszeit besitzt und somit die Verabreichung als intravenöser Einfach-Bolus erlaubt. Gleichzeitig zeigt das Molekül eine hohe Fibrinspezifität und verbesserte Resistenz gegen den Plasminogenaktivator-Inhibitor PAI-1. Tenecteplase weist im Vergleich zum rt-PA-Molekül an zwei Stellen Aminosäuresubstitutionen in der Kringle-1-Domäne und an einer Stelle der Protease-Domäne auf.

 

Tenecteplase (TNK-tPA)  

Molekulargewicht

keine Angabe

Wirkungsweise

direkter Plasminogenaktivator

Plasmahalbwertzeit

24 ± 5,5 Minuten

Antigenität

nein

Fibrinspezifität

ja

allergische Reaktionen

nein

 

 

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