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Fibrinolyse - Präparate

Urokinase® HS medac

Allgemeines

Urokinase ist ein in der menschlichen Niere gebildetes, aus Urin isoliertes Enzym aus der Gruppe der Peptidasen, das in zwei Molekülgrößen, einer hochmolekularen Form

(MG 47 000 - 56 000 D) und einer niedrigmolekularen Form (MG 33 000 D), vorkommt.

Urokinase gehört zur Gruppe der direkten Plasminogenaktivatoren. Das einkettige Plasminogenmolekül ist ein Plasmaprotein, das durch Hydrolyse in zweikettiges Plasmin überführt wird. Katalytisch wirksam sind dabei eine Reihe von Substanzen, sog. Plasminogenaktivatoren, zu denen neben Urokinase auch t-PA und Streptokinase zu rechnen sind. Plasmin, eine unspezifische Serinprotease und das einzige bekannte fibrinspaltende Enzym, führt zum Abbau von Fibringerinnseln sowie aufgrund seiner Unspezifität zum Abbau weiterer Gerinnungsfaktoren wie Fibrinogen, Faktor V und Faktor VIII.

 


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Die hochmolekulare Urokinase ist der niedrigmolekuaren Form an Plasminaffinität und Aktivierungspotenz überlegen. Kommerzielle Urokinasepräparate enthalten deshalb vorzugsweise hochmolekulare Urokinase.

Die Halbwertzeit beträgt in vivo 14 +/- 6 Minuten.

Urokinase besitzt als körpereigenes Protein keine Antigenität, eine längerfristige und mehrzeitige Gabe ist somit möglich.

Detailliertere Informationen zur Thrombolysetherapie mit Plasminogenaktivatoren finden sie unter dem Kapitel Grundlagen der Thrombolysetherapie und der Übersicht über thrombolytische Substanzen.

Detaillierte Informationen zur Anwendung von Urokinase in den verschiedenen Indikationen finden Sie hier:

Indikationen und in der Fachinformation (s.o.)

 

Eigenschaften

Urokinase liegt als weiße Lyophilisat vor. Der pH-Wert der rekonstituierten Lösung liegt bei 6,5 – 7,5.

 

Darreichungsformen

Urokinase HS medac ist als Trockensubstanz in Durchstechflaschen mit

10 000 I.E./ 50 000 I.E./ 100 000 I.E./ 250 000 I.E./ 500 000 I.E. und 1000 000 I.E.

erhältlich.

 

Zubereitung

Der Inhalt einer Durchstechflasche ist mit folgender Menge Wasser für Injektionszwecke zu lösen:

  • Urokinase 10 000 HS medac 2 ml

  • Urokinase 50 000 HS medac 2 ml

  • Urokinase 100 000 HS medac 2 ml

  • Urokinase 250 000 HS medac 5 ml

  • Urokinase 500 000 HS medac 10 ml

  • Urokinase 1 000 000 HS medac 10 ml

 

Um Schaumbildung zu vermeiden, sollte der Wasserstrahl nach Möglichkeit gegen die Flaschenwand gerichtet werden. Schütteln sollte aus dem gleichen Grund vermieden werden. Das Lyophilisat löst sich innerhalb von 1-2 Minuten vollständig auf.

Zur Tropfinfusion kann der Inhalt einer Durchstechflasche Urokinase HS medac mit Wasser für Injektionszwecke gelöst und anschließend auf ein Endvolumen von 50 ml verdünnt werden. Kompatibilität mit Infusionslösungen

  • physiologische Kochsalzlösung

  • Glukoselösung 5%

  • Glukoselösung 10%

 

Physikalisch-chemische Haltbarkeit der rekonstituierten Lösung

Die rekonstituierte Lösung ist bei Raumtemperatur 3 Tage lang physikalisch-chemisch stabil. Mikrobiologische Gesichtspunkte sind entsprechend zu berücksichtigen.

 

Weitere Informationen

Informationen zur Laborüberwachung fibrinolytischer Therapien und der Antagonisierung von Fibrinolytika finden Sie ebenfalls auf unseren Seiten.

Für weitere Informationen steht Ihnen das Referat Fibrinolyse gerne zur Verfügung

 

 
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