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Fibrinolyse - Antagonisierung

 

Antagonisierung von Fibrinolytika

Ziel einer fibrinolytischen Therapie ist es, einen verschließenden Thrombus aufzulösen und die verlegte Strombahn zu rekanalisieren, ohne Blutungskomplikationen hervorzurufen. Die medikamentöse Fibrinolysetherapie stellt jedoch immer einen massiven Eingriff in das hämostaseologische Gleichgewicht mit einem daraus resultierenden erhöhten Blutungsrisiko dar.

Auch wenn schwere Blutungskomplikationen unter Thrombolysetherapie bei Beachtung möglicherweise vorliegender Kontraindikation vergleichsweise selten sind, machen es die potentiell fatalen Folgen wünschenswert, die Therapie jederzeit unterbrechen zu können.

siehe auch:

Laborüberwachung

Bei Auftreten von Komplikationen sollte zunächst die Thrombolytikainfusion gestoppt werden. Eine sofortige Normalisierung des Fibrinolyseeffektes läßt sich durch die Gabe von Fibrinolyseinhibitoren erreichen.

Da der Einsatz von Fibrinolyseinhibitoren nicht zum klinischen Alltag gerechnet werden kann, sollen nachfolgend verfügbare Substanzen und die in der Literatur empfohlenen Dosierungen dargestellt werden.

 

Aprotinin (reversibler Fibrinolyseinhibitor)

Dosierung nach Gulba / Claus

1 000 000 Kininogeninaktivator-Einheiten (KIU) als Bolus

nachfolgend 500 000 – 1 000 000 KIU / Stunde über 6-8 Stunden

möglich: lokale Applikation an der Prädilektionsstelle von Blutungen

Quelle: Gulba, Claus - Thrombolysetherapie des Herzinfarktes - Internist 1992; 33: 206-215

 

Dosierung nach Verstraete

15 000 – 20 000 KIU / kg KG als intravenöse Kurzinfusion

nachfolgend 50 000 KIU / Stunde

Quelle: Verstraete M. - Clinical application of inhibitors of fibrinolysis - Drugs 1985; 29/3: 236-261

 

Dosierung nach Marbert

Tranexamsäure 1g i.v. danach

Aprotinin 1 000 000 KIU i.v. als Kurzinfusion

Protamin 1000 3 ml i.v.

 

bei gleichzeitiger / vorheriger Heparingabe

  • Fibrinogen

bei Fibrinogen > 40 mg/dl und < 80 mg/dl 2g in 30 Minuten

bei Fibrinogen< 40 mg/dl 3 - 6g in 1-2 Stunden

  • frischgefrorenes Plasma 600 – 1000 ml in 1 –2 Stunden

Quelle: Marbert G.A. - Thrombolyse bei akuten schweren Lungenembolien - Schweiz. Rundschau Med. (Praxis) 1988; 77: 995-999

 

Tranexamsäure (irreversibler Fibrinolyseinhibitor)

Dosierung nach Verstraete

10 – 15 mg/kg KG i.v. 2-3 x täglich

oder

1 – 1,5 g oral 3-4 x täglich

(Dosisreduktion bei Niereninsuffizienz!)

Quelle: Verstaete M. - Clinical application of inhibitors of fibrinolysis - Drugs 1985; 29/3: 236-261

 

Neben der Antagonisierung der Fibrinolytika sind die erzeugten Hämostasedefekte zu berücksichtigen und ggf. zu therapieren.

Fibrinogenmangelzustand -> Fibrinogenersatz (s.o.)

Fibrin- und Fibrinogenspaltprodukte (FSP-)Überschuß:

Beachte: Der durch die FSP hervorgerufene Antikoagulationseffekt kann über 24-48 Stunden bestehen.

 

 


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